Frau wieder frei: Geiselnahme in Holland unblutig beendet

Symbolbild
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© dpa, Ralf Roeger, rr fg

17. August 2017 - 13:06 Uhr

Die Lage wurde als ernst eingeschätzt

Die niederländische Polizei hat die Geiselnahme einer Frau in einem Sendegebäude des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (NPO) unblutig beendet. Die vom Täter mit einem Messer bedrohte Rundfunkmitarbeiterin sei unverletzt, werde aber vorsichtshalber medizinisch betreut. Ein Einsatzkommando habe den Täter in dem Haus in Hilversum bei Amsterdam festgenommen, teilte die Polizei mit.

Er drückte ihr ein Messer an die Kehle

Laut Polizei habe der Mann hatte die Geisel gezwungen mit ihm in das Gebäude zu gehen. Ein Großaufgebot der Polizei riegelte das Haus daraufhin ab. Bereits nach einer Stunde meldeten die Beamten die Festnahme des Mannes. Zuvor sei ein Vermittler in das Gebäude gegangen, um mit dem Geiselnehmer zu verhandeln.

Der Nachrichtensender 'NOS' berichtete zunächst auf seiner Website unter Berufung auf Zeugenangaben über der Fall. Der Täter habe an der Rezeption in gebrochenem Niederländisch verlangt, einen Vertreter des US-Senders 'CNN' zu sprechen. Die Polizei bestätigte das allerdings nicht. Eine Polizeisprecherin sagte 'NOS', dass sie sich weitere Erkenntnisse durch die Vernehmung des Mannes erhoffe. Über das Motiv und weitere Umstände der Tat ist bislang nichts bekannt. Der Sendebetrieb des Senders 'NPO' wurde durch die Geiselnahme nicht beeinträchtigt.

Bereits 2015 Geiselnahme in niederländischem TV-Sender

Bereits Ende Januar 2015 gab es eine Geiselnahme in einem niederländischen Sender. Ein Mann hatte ein mit einer Pistole in einem NOS-Fernsehstudio einen Mitarbeiter als Geisel genommen. Außerdem hatte er die Sendezeit der Acht-Uhr-Nachrichten für sich gefordert. Nach etwa 15 Minuten wurde er von der Polizei festgenommen. Das Gebäude war damals evakuiert, TV- und Radiosendungen waren unterbrochen worden. Der Mann hatte behauptet, er sei Mitglied eines "Hacker-Kollektivs" und wolle live über eine "sehr große Weltangelegenheiten" reden.