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Frau wacht aus Koma auf - und ist Mutter: "Wunder, dass wir beide überlebt haben"

Frau wacht aus Koma auf - und ist Mutter: "Wunder, dass wir beide überlebt haben"

Leben von Mutter und Kind hing am seidenen Faden

Die Geburt des ersten Kindes sollte eine unvergessliche Erfahrung im Leben einer Mutter sein - nicht aber für Colvina Jolin aus Hornhead (Hampshire). Die 28-Jährige fiel in der 23. Schwangerschaftswoche ins Koma. Als sie wieder erwachte, war ihre kleine Tochter Maia längst auf der Welt. Dass Mama und Kind die Wochen, die hinter ihnen liegen, überlebt haben, ist ein Wunder.

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"Sie zum ersten Mal zu halten war wundervoll", erzählt Colvina später.
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Laut 'Daily Mail' klagt die Engländerin im November 2014 plötzlich über starke Kopfschmerzen. Sie schreit noch nach ihrem Mann Matt, dann wird alles schwarz. Ein Krankenwagen bringt die Schwangere ins 'Queen Alexandra' Krankenhaus in Portsmouth. Dort wird schnell klar: Colvina Jolin hat eine Hirnblutung, sie braucht dringend eine Hirn-OP - und zwar in einem Krankenhaus in Southampton, 35 Kilometer entfernt. Ein lebensgefährlicher Transport, Ärzte teilen der Familie mit, dass die Chance, dass sie ihn heil übersteht, bei 1:10 liegt. Aber es gibt keine Alternative für die junge Frau. Ohne die OP wäre ihr Tod besiegelt.

Doch auch hier wachen Schutzengel über Colvina und ihrer Tochter. Der Transport glückt. Während einer Not-OP wird Colvina ein "gewaltiges Blutgerinsel" aus dem Kopf entfernt, berichtet Neurochirurg Dr. Andy Eynon der 'Daily Mail'. Der heikle Eingriff verlangt dem Arzt alles ab, geht es doch auch darum, die Schwangerschaft nicht zu gefährden. Nach der Operation spricht Dr. Eynon mit Colivnas Ehemann. "Er sah mir in die Augen und sagte: 'Wir haben sie sehr schnell operiert. Ich habe es noch nie erlebt, dass jemand so etwas übersteht. Aber sie ist jung'", erzählt Matt Jolin. Trotz der geglückten OP liegt die Überlebenschance seiner Frau bei gerade einmal 10 Prozent.

"Ihre Kleine ist ihre Motivation"

Frau wacht aus Koma auf - und ist Mutter: "Wunder, dass wir beide überlebt haben".
Heute geht es der kleinen Maia richtig gut, ihre Mutter hat noch mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen.
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Doch Colivinas Zustand stabilisiert sich zusehends. Auch, wenn sie weiterhin im Koma liegt. Die Ärzte wissen nicht, ob es das Baby in ihrem Bauch schaffen wird. In der 29. Woche dann setzen die Wehen ein, die kleine Maia wird per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Es komme "unfassbar selten" vor, dass Frauen im Koma ein Baby bekommen, so Dr. Eynon. "In meinen 13 Dienstjahren in diesem Krankenhaus habe ich nur drei solcher Fälle erlebt."

Maia wiegt nur 1.360 Gramm, muss nach der Geburt zweimal wiederbelebt werden. Sie kommt in einen Brutkasten. Sieben Wochen später zeigt ihre Mama erste Zeichen des Erwachens. Schließlich gibt sie Mitarbeitern ein Zeichen. Sie schunkelt mit den Armen, sagt damit stumm, dass sie ihr Baby sehen will. "Sie zum ersten Mal zu halten war wundervoll", erzählt Colvina später. "Sie ganz nah bei mir zu spüren, ich war überwältigt."

Heute ist ihr Mädchen ein Jahr alt und quietschfidel. Colvina Jolin hat sich nur mühsam aus dem Rollstuhl gekämpft, musste in der Reha erst wieder lernen zu gehen. Die 28-Jährige hat eine bleibende Muskelschwäche, das Sprechen fällt der jungen Mutter noch schwer. "Der Patient muss es wollen und Colvina will es unbedingt, sie will in der Lage sein, für Maia zu sorgen", sagt ihre Reha-Trainerin Alison Hatfield der 'Daily Mail'. "Ihre Kleine ist ihre größte Motivation."