US-Gericht verurteilt Sherri Papini

Frau täuscht eigene Entführung vor - 18 Monate Haft für ihre Lügen

Sherri Papini leaves the federal courthouse after Federal Judge William Shubb sentenced her to 18 months in federal prison, in Sacramento, Calif., Monday, Sept. 19, 2022. Federal prosecutors had asked that she be sentenced to eight months in prison f
Sherri Papini nach dem Verlassen des Gerichtssaals.
RCP, AP, Rich Pedroncelli

Sherri Papini, die US-Amerikanerin, die spektakulär ihre eigene Entführung vortäuschte, muss für 18 Monate ins Gefängnis. Das urteilte ein Gericht in Sacramento. Die Frau aus Redding im US-Bundesstaat Kalifornien galt 2016 drei Wochen lang als verschwunden, ehe sie wieder auftauchte. Der Fall hatte weit über die Landesgrenzen hinaus Aufsehen erregt.

Zweifache Mutter war drei Wochen bei ihrem Ex-Freund

In this Thursday, Nov. 10, 2016 photo, Redding Sheriff Tom Bosenko shares case details at the Shasta County Sheriff's office regarding the missing persons case for Sherri Papini, 34, of Mountain Gate, in Redding, Calif. The family of the Northern Cal
Foto einer Pressekonferenz der Polizei aus dem November 2016. Zu diesem Zeitpunkt wurde Sherri Papini noch vermisst und galt als mutmaßliches Verbrechensopfer. (Archivbild)
picture alliance / AP Images, phassell|File|Filed|11/13/2016 9 AM, phassell|File|Filed|11/13/2016 88. AM, Andrew Seng

Unter anderem initiierten Angehörige und Freund eine GoFundMe-Kampagne, um nach der zweifachen Mutter aus der 90.000-Einwohner-Stadt Redding zu suchen. 49.000 Euro wurden dafür gespendet.

Drei Wochen nach ihrem Verschwinden tauchte Sherri Papini wieder auf und präsentierte der Öffentlichkeit eine abenteuerliche Geschichte: Sie sei beim Joggen von zwei hispanischen Frauen mit vorgehaltener Waffe in einen SUV gezerrt und verschleppt worden. Drei Wochen lang habe man sie angekettet, geschlagen und gebrandmarkt. Schließlich hätten die beiden Frauen sie einfach irgendwo am Straßenrand abgesetzt.

Entschuldigung vor Gericht: „Es tut mir so leid für die vielen Menschen, die wegen mir gelitten haben"

FILE - In this Nov. 10, 2016 file photo, a missing sign for Mountain Gate, Calif., resident Sherri Papini, 34, is placed along side Sunrise Drive, near the location where the mom of two is believed to have gone missing while on a afternoon jog on Nov
Der Fall und die Suche nach der Frau hatten in den USA großes Interesse hervorgerufen. (Archivbild)
PH RV, picture alliance / AP Images, cdittmar|File|Filed|12/2/2016 9+ PM, cdittmar|File|Filed|12/2/2016 8 PM, splageman|File|Filed|11/29/2016 10(# PM,

In Wirklichkeit war Papini Ermittlungen der Polizei zufolge während der Zeit bei einem Ex-Lover, tausende Meilen von ihrer Heimat entfernt im Süden Kaliforniens. Die heute 40-Jährige gab später zu, die Entführung nur vorgetäuscht zu haben. Um ihre Räuberpistole glaubwürdiger klingen zu lassen, habe sie sich selbst Verletzungen zugefügt. Als Motiv für ihre Inszenierung nannte sie psychische Probleme.

Bei dem Prozess entschuldigte sich Papini. Sie sei eine „Lügnerin“ und habe sich „unehrenhaft“ verhalten. „Es tut mir so leid für die vielen Menschen, die wegen mir gelitten haben – die Menschen, die sich für die gebrochene Frau geopfert haben, die ich war, die Menschen, die bereitwillig gaben, um mir in einer Zeit zu helfen, in der ich so dringend Hilfe brauchte“, erklärte sie.

Deal mit den Strafbehörden

Im Gegenzug für ihr Schuldeingeständnis erhielt sie eine eher geringe Strafe. Der Deal mit den US-Strafbehörden sieht neben der 18-monatigen Gefängnisstrafe vor, dass sie 150.000 Euro für die Suchaktion zurückzahlt.

Außerdem soll sie 128.000 Euro zurückzahlen, die sie von Versicherungen für ihre Verletzungen erhalten hatte. (uvo; Quellen ABC/BBC/spiegel.de)