Er hätte sie retten können

Frau stirbt nach Sadomaso-Sex – Ehemann erhält eine Bewährungsstrafe

© dpa, Arnulf Stoffel, mg cul

19. Juli 2019 - 12:15 Uhr

Ehemann erhält eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung

Eine Frau stirbt in ihren Flitterwochen an den Folgen einer Sex-Praktik. Ihr Ehemann hätte sie retten können, wenn er sie rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht hätte. Er wird wegen fahrlässiger Tötung zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Todesursache: Darmabriss

Das Paar hatte kurz zuvor geheiratet und sich zu 48-stündigem Sex verabredet. Rechtsmediziner kamen zu dem Ergebnis, dass der Ehemann ihr einen Gegenstand eingeführt haben muss. Beim Herausziehen sei es zu einem Darmabriss gekommen.

Der Vorsitzende Richter des Krefelder Landgerichts sprach bei diesem Unglücksfall von einem äußerst fahrlässigen Vorgehen. Als die Rettungskräfte im vergangenen Juli alarmiert bei der Frau eintrafen, konnte ihr nicht mehr geholfen werden. Das Gericht hielt ihrem Ehemann zugute, dass sie - seiner Aussage zufolge - selbst nicht ins Krankenhaus gewollt habe. Er müsse aber bemerkt haben, dass seine Frau erheblich verletzt war, sagte der Richter.

Das Ehepaar hatte eine Vorliebe für Sadomaso-Sex

Für einen Mord fehle es schon an einem Motiv, so der Richter. Es habe sich um ein glückliches, frisch verheiratetes Paar gehandelt. Der Verurteilte leide selbst unter dem Verlust seiner Frau. Die 49-Jährige habe freiwillig mit ihm sadomasochistischen Sex betrieben.

Ihr Ehemann beteuert, dass ihm die Schwere der Verletzung nicht klar gewesen sei. Seine Frau habe schon vorher über Beschwerden geklagt. So sei sie bei einem Internisten gewesen und habe sich einer Darmspiegelung unterzogen - ohne Befund. Rechtsmediziner stellten Amphetamine, Psychopharmaka und Opiate im Blut des Opfers fest.