Frau entführt und vergewaltigt – Polizei hielt die Geschichte für eine Lüge

18. Mai 2017 - 13:56 Uhr

Plötzlich stand ein Mann in ihrem Schlafzimmer

Als Matthew Muller zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, fiel Denise Huskins und Aaron Quinn ein Stein vom Herzen. Der 39-Jährige psychisch kranke Anwalt war in das Haus des Paares in Vallejo im US-Bundesstaat Kalifornien eingebrochen und hatte Huskins entführt und vergewaltigt. Der Fall hatte die USA tagelang in Atem gehalten. Die Polizei behauptete, nachdem Huskins freigelassen wurde, dass das Paar sich die Entführung nur ausgedacht habe.

Zwei Tage lang was sie gefangen

Für Huskins und Quinn war es ein Albtraum. Mitten in der Nacht brach ein Mann in ihr Haus ein und fesselte die beiden. Dann zwang er den Mann einen Drogencocktail zu trinken, der ihn bewusstlos machte Die Frau fürhte er mit  verbundenen Augen zum Auto. Muller brachte Huskins in sein Haus im etwa drei Stunden entfernten South Lake Tahoe. Zwei Tage lang hielt er sie dort gefangen und verging sich zwei Mal an ihr.

Quinn verständigte sofort die Polizei, als er wieder zu Bewusstsein kam. Eine riesige Suchaktion startete. Huskins Vater versuchte, seine Tochter über die Medien zu erreichen. "Denise, sei stark, so wie Du es immer bist. Deine Familie ist da", sagte er damals in die Kameras. Dann die große Erleichterung: Der Entführer lies die Frau wieder frei. Doch dann ging der Horror für das Paar eigentlich erst so richtig los.

Entführung nur vorgetäuscht?

Die Polizei behauptete plötzlich, die Entführung sei vorgetäuscht gewesen, das Paar aus Vallejo hätte sich die ganze Geschichte nur ausgedacht. "Wir haben keine Hinweise oder Spuren gefunden, die die Story von Denise und Aaron bestätigen", sagte ein Polizeisprecher. "Wir hatten mehr als 40 Polizisten im Einsatz. Meiner Meinung nach war das alles Verschwendung." Über die Medien verbreitete sich diese Version der Ereignisse rasend schnell. Im ganzen Land standen Huskins und Quinn nun als Betrüger da.

Besonders absurd: Der Kidnapper – ein Harvard-Absolvent und Ex-Marine – schrieb über einen anonymen E-Mail-Account mehrfach an die Polizei und lokale Medien und erklärte darin, dass die Entführung tatsächlich stattgefunden habe. Er beschrieb seine Taten detailliert und forderte die Behörden auf, sich bei Huskins zu entschuldigen, weil sie die Wahrheit gesagt hatte. Trotzdem passierte nichts.

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Polizei hat sich nie entschuldigt

Erst als der Täter versuchte, eine weitere Frau zu entführen, begannen die Beamten, sich für ihn zu interessieren. Der Kidnapping-Versuch misslang und Muller verlor sein Handy am Tatort. So kamen die Ermittler ihm schließlich auf die Spur. Als die Polizei sein Haus durchsuchte, wurden Beweise gefunden, die die Geschichte von Huskins und Quinn bestätigten. Die Entschuldigung von der Polizei, die sogar der Täter für sein Opfer gefordert hatte, hat es bis heute nicht gegeben. "Die Polizei von Vallejo schuldet Denise und Aaron immer noch eine Entschuldigung!", sagte deren Anwalt.

Doch auch das kann nicht wieder gut machen, was das Paar erleben musste. Nachdem die beiden endlich nicht mehr als Lügner dastehen und der Täter nun im Gefängnis sitzt, können Huskins und Quinn nun wieder ein normales Leben führen. Zwei Tage nach dem Urteil gegen ihren Peiniger haben die beiden via Facebook ihre Verlobung bekannt gegeben.