Handtasche aus Auto geklaut

Frau schreibt Brief an den Räuber ihrer Handtasche: "Bleiben Sie körperlich gesund"

Handschrift
© picture alliance / dpa, Tobias Hase

26. November 2020 - 6:46 Uhr

Die Handtasche war ein Geschenk ihrer Familie

Eine Krankenschwester aus Hannover hat zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen, um mit dem Verlust ihrer gestohlenen Handtasche umzugehen: Nach dem Gang zur Polizei hat sie der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zufolge einen öffentlichen Brief an den Dieb geschrieben, in dem sie über ihre persönliche Situation erzählt – und sogar viele positive Worte findet.

Bei Friedhofsbesuch wird Handtasche geklaut

Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, war die Krankenschwester Ende Oktober auf dem Friedhof Engesohde am Grab ihrer Mutter. 20 Minuten später war die Scheibe ihres Autos eingeschlagen und die Handtasche verschwunden. Darin: Ihr Diensthandy, Unterlagen ihres Pflegestudiums und ein ausgeliehenes Buch. Die Tasche selbst hätte zudem einen großen ideellen Wert, weil sie ein Geschenk ihrer Familie gewesen wäre.

Brief an Unbekannten: "Hallo Räuber"

Natürlich geht die Frau zur Polizei – und entschließt sich der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zufolge anschließend, den Brief zu verfassen. "Sehr geehrter Mensch passt in dem Fall nicht. Ich sage mal "Hallo Räuber..." Dennoch möchte ich verdeutlichen, dass ich vor ihrem Schicksal Respekt habe", steht da als erster Absatz.

Mit einfühlsamen Worten wendet sie sich an den Unbekannten, erzählt von ihrem neu begonnenen Pflegestudium und wie sehr sie sich über die Handtasche als Geschenk ihrer Familie gefreut habe. "Wir sind dennoch für jeden da. Für Räuber und auch für Maskenverweigerer. Bleiben Sie körperlich gesund und ich wünsche Ihnen Gesundung an Geist und Seele", heißt es zum Schluss in dem Brief.

Auto der Tochter wird auch aufgebrochen

Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, gab es bisher noch keine bekannte Reaktion des Handtaschen-Räubers. Umso ärgerlicher: Eine Woche, nachdem sie den Brief aufgehängt habe, sei auch das Auto ihrer Tochter aufgebrochen worden – im gleichen Stadtteil.