Polizei warnt eindringlich: "Mehr Glück als Verstand"

25-Jährige sitzt auf Bahnsteigkante: ICE erfasst sie - Bahnstrecke für Stunden gesperrt

 Fahrender ICE der Deutschen Bahn auf der Strecke von Hamburg nach Hannover, Aufnahme im Gegenlicht Wagenreihe *** ICE of the Deutsche Bahn on the line from Hamburg to Hanover, photo taken in backlight row of cars
Der Lokführer eines Intercity-Expresses gab umgehend ein Warnsignal ab und leitete eine Gefahrenbremsung ein (Symbolbild)
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„Mehr Glück als Verstand und dazu einen Schutzengel der besonderen Art hatte eine Frau am Donnerstagabend“, so beginnt die Meldung der Polizei Magdeburg zu einem Zug-Unfall. Was war passiert?

Intercity-Express leitet Gefahrenbremsung ein

Eine 25-Jährige setzte sich gegen 18:20 Uhr auf dem Bahnhof Burg an die Bahnsteigkante und ließ die Beine ins Gleis baumeln – während sie ein Buch las. Genau das wurde ihr zum Verhängnis! Ein Triebfahrzeugführer eines umgeleiteten Intercity-Expresses, der sich auf der Fahrt von Amsterdam nach Berlin befand, erkannte die Gefahr bei der Einfahrt in den Bahnhof, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte: „Umgehend gab er ein Warnsignal ab und leitete eine Gefahrenbremsung ein“ – bei circa 160 Kilometern pro Stunde!

Die Frau versuchte noch, sich in Sicherheit zu bringen - das gelang offenbar nur bedingt. Laut Polizei erfasste der Zug die Frau bei 150 Kilometern pro Stunde am Fuß. Die zuständige Bundespolizeiinspektion Magdeburg wurde über den Personenschaden informiert und schickte sofort Einsatzkräfte zum Unfallort.

Verletzte Frau musste in ein Krankenhaus

Die 25-Jährige musste mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der Intercity-Express mit seinen rund 550 Reisenden kam der Polizei zufolge nach 400 Metern zum Stehen und blockierte dadurch einen Bahnübergang.

Im Zug wurde durch die Gefahrenbremsung glücklicherweise niemand verletzt. Es hätte für alle Beteiligten allerdings auch schlimmer ausgehen können.

Bundespolizei weist auf Lebensgefahr bei Eingriff in den Bahnverkehr hin

Gegen die Frau ermittelt die Polizei jetzt unter anderem wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Und appelliert erneut: "Personen begeben sich mit derartig leichtsinnigen und unüberlegten Handlungen in Lebensgefahr! Die Züge nähern sich fast lautlos an und können je nach Windrichtung oft sehr spät wahrgenommen werden. Zudem geht von den vorbeifahrenden Zügen eine enorme Sogwirkung aus, die ebenfalls zu gravierenden, wenn nicht sogar tödlichen Unfällen führen kann." Eine Warnung, die nicht zu oft ausgesprochen werden kann.

Bahnverkehr massiv beeinträchtigt - Insgesamt 559 Minuten Verspätungen

Die betroffene Strecke war von 18:27 bis 20:18 Uhr gesperrt, wodurch es nach Bundespolizei-Angaben bei zwölf Zügen, davon bei fünf Fernzügen, zu insgesamt 559 Minuten Verspätungen sowie acht Teilausfällen kam. (cba)