Er ist "hin- und hergerissen"

Franz Beckenbauer macht Hansi Flick Druck

Hansi Flick
Hansi Flick
© dpa, Sven Hoppe

16. April 2021 - 7:05 Uhr

"Kaiser" macht Flick Druck

Der mögliche Wechsel von Bayern Münchens Trainer Hansi Flick zum DFB könnte das Trainer-Karussell in der Bundesliga noch mehr in Schwung bringen. Schon jetzt gibt es einige offene Fragen und Stellen. Derweil richtet sich Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer an den unentschlossenen Trainer.

Er muss sich bekennen

Jetzt mischt auch der "Kaiser" mit: Franz Beckenbauer erwartet von Hansi Flick eine klare Aussage, ob er nach der laufenden Saison beim FC Bayern bleibt oder als Bundestrainer zum Deutschen Fußball-Bund wechselt. "Natürlich muss er sich zu irgendetwas bekennen", sagte der Ehrenpräsident des Rekordmeisters bei Sport1.

Wenn er sage, er bleibe, weil er einen gültigen Vertrag bis 2023 habe, erübrige sich die Nachfrage, weil dann alles gesagt sei. "Aber wenn er das nicht macht, sind die Spekulationen natürlich offen. Mit denen muss er dann leben. Dann kann er aber nicht sagen 'nächste Frage', sondern muss drauf eingehen", sagte Beckenbauer. Der 56-Jährige hatte kürzlich angekündigt, sich nicht mehr an Debatten abseits der Mannschaft des FC Bayern zu beteiligen und nur noch mit "nächste Frage" oder in ähnlicher Form darauf zu reagieren.

Spannendste Frage der Fußball-Republik

Laut "Kicker" ist Flick "hin- und hergerissen". Zwischen einer Fortsetzung seiner erfolgreichen Arbeit in München und einer neuen, reizvollen Herausforderung als Nachfolger von Joachim Löw. Die Zukunft des 56-Jährigen ist die spannendste Frage in der Fußball-Republik - mit womöglich weitreichenden Folgen für die gesamte Liga. Denn sollte der "Dominostein" Flick erst einmal fallen, könnte es zu einer Kettenreaktion kommen.

Schon jetzt dreht sich das Trainer-Karussell in der Bundesliga schnell - Adi Hütter wechselt von Frankfurt nach Gladbach, Marco Rose wiederum von Gladbach nach Dortmund. Doch bei einem Abschied von Flick bei den Bayern würde das Rad noch einmal deutlich Schwung aufnehmen. Die mögliche Nachfolge des 56-Jährigen, den der Dauerstreit mit Sportvorstand Hasan Salihamidžić enorm belastet, ist bereits ein heißes Thema. Und immer wieder fällt der Name Julian Nagelsmann, angeblicher Wunschkandidat von Salihamidžić.

Nagelsmann zu den Bayern?

Doch der 33-Jährige, derzeit noch Trainer beim Bayern-Konkurrenten RB Leipzig, dementierte erst einmal, dass bereits Kontakt nach München besteht. Dies hatte Lothar Matthäus bei Sky behauptet. "Es gab und gibt keine Gespräche. Neue Informanten braucht das Land", sagte Nagelsmann launig. Sport1 wiederum schreibt, dass RB bei einer Ablöse von 15 bis 20 Millionen Euro mit sich reden lasse.

Flick hatte am Dienstagabend, nach dem Viertelfinal-Aus der Münchner bei Paris St. Germain, mit einem langen Monolog aufhorchen lassen. Seine fast fünfminütigen Ausführungen wurden danach als Anmoderation seines Abschieds interpretiert. Flick bemühte sich zwar, diese Interpretation schnell wieder einzufangen. Das gelang indes nicht.

Mögliche Flick-Nachfolger

Wie könnten Alternativen bei den Bayern aussehen - immer vorausgesetzt, dass sich Flick im Sommer nach bislang sechs Titeln verabschiedet? Erik ten Hag, der mit Ajax Amsterdam vor dem Double steht und eine Bayern-Vergangenheit als Trainer der zweiten Mannschaft hat, wurde bereits im November 2019 als Nachfolger von Niko Kovac gehandelt. Es wurde jedoch Flick. Aus England gibt es zudem zarte Gerüchte über Liverpools Trainer Jürgen Klopp. Ein Engagement bei den Bayern schon ab Juli ist aber eher unwahrscheinlich. Auch Ralf Rangnick könnte ein Kandidat in München sein. Dessen Gespräche mit Eintracht Frankfurt sind gerade erst gescheitert.

Quelle: ntv.de

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