Frankreichs Regierungschef gedenkt Nazi-Opfer in Oradour

11. Juni 2014 - 12:00 Uhr

70 Jahre nach dem Massaker von Oradour-sur-Glane durch deutsche Truppen hat Frankreichs Premierminister Manuel Valls der Opfer in dem französischen Ort gedacht. Oradour sei eine Warnung, Ideologien des Todes nicht wachsen zu lassen, sagte Valls. Fanatismus und Radikalismus verbreiteten noch heute Terror ohne Rücksicht. Am 10. Juni 1944 hatten Soldaten eines Waffen-SS-Panzerregiments das gesamte Dorf in Zentralfrankreich innerhalb weniger Stunden ausgelöscht. 642 Dorfbewohner wurden ermordet.

Die deutschen Truppen trieben auf ihrem Rückzug die Bewohner Oradours auf dem Marktplatz zusammen. Frauen und Kinder wurden in der Kirche eingeschlossen. Die Männer wurden in Scheunen zusammengepfercht. Die Soldaten der Waffen-SS brannten anschließend sämtliche Gebäude des Dorfes nieder. Einige der Opfer wurden erschossen, die meisten verbrannten. Nur sechs Menschen entkamen. Im vergangenen Jahr hatten Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident François Hollande Oradour besucht. Gauck war der erste deutsche Spitzenpolitiker, der des Massakers am Ort des Schreckens gedachte.