Sieben neue Risikogebiete in Frankreich

Corona-Zahlen auf Rekordhoch: In Frankreich wütet schon die zweite Welle

Frankreich meldet einen Rekord-Anstieg der Corona-Zahlen am letzten Wochenende.
© dpa, Peter Kneffel, kne soe htf

08. September 2020 - 11:40 Uhr

Dramatischer Anstieg

Fast 9.000 neu gemeldete Corona-Fälle: Das ist die Bilanz vom Wochenende in Frankreich. Damit steigen die Zahlen so drastisch an, wie zu Hochzeiten der Pandemie im Frühjahr. Um die Ausbreitung des Virus so schnell es geht einzudämmen, weist Frankreich jetzt sieben neue Risikogebiete aus.

Großstädte und beliebte Touristengebiete

Paris und sein Umland sind schon seit Mitte August eine sogenannte "rote Zone". Diese Einstufung seitens der Regierung erlaubt es den Behörden, die Corona-Maßnahmen schnell und unbürokratisch zu intensivieren.  Weil die Zahlen auch in anderen Regionen weiter massiv ansteigen, hat das Land am Wochenende sieben weitere Verwaltungsbezirke zu "roten Zonen" erklärt. Neu betroffen sind:

- Die Départements Nord, Bas-Rhin, Seine-Maritime und Côte-d`Or (das betrifft unter anderem auch Großstädte wie Lille, Straßburg oder Dijon)

- Die beliebte Urlaubsinsel Korsika, sowie das Übersee-Département La Réunion im Pazifik und weitere französische Inseln

Ein Viertel jetzt rote Zonen

Nach Angaben der Regierung in Paris hat Frankreich damit nun 28 der rund 100 Départements als rote Zone erklärt. Hier zirkuliere das Virus besonders stark und die Ansteckungsgefahr sei grade besonders hoch, heißt es. Abstandsregeln und Maskenpflicht gelte aber in allen Verwaltungsbezirken. Auch Veranstaltungen und große Versammlungen dürfen derzeit nur sehr eingeschränkt und unter strengen Hygieneauflagen stattfinden.

Mitten in der zweiten Welle

Die französischen Behörden sind ob der neuen Zahlen in besonderer Alarmbereitschaft. Während es so schien, als hätten unsere Nachbarn die Krise im Frühsommer ganz gut im Griff gehabt, explodieren die Zahlen von Neuinfizierten seit einigen Wochen wieder. Obwohl in fast allen Städten eine Maskenpflicht und in einigen sogar ein Alkoholverbot herrscht, werden immer mehr Corona-Fälle verzeichnet. Das läge vor allem an Urlaubsrückkehrern und an deutlich größeren Testkapazitäten, sagen die französischen Behörden. Außerdem haben die Schulen seit letzter Woche wieder offen. Auch hier gäbe es ein Infektionsrisiko. Eine Überlastung der Krankenhäuser gebe es aber bisher nicht. Einige Franzosen tuen sich allerdings schwer mit dem Tragen von Schutzmasken, wie unsere Reporterin vor einigen Tagen in Straßburg beobachtet hat.

Deutschland warnt vor Frankreich-Reisen

Insgesamt haben sich in Frankreich seit Ausbruch der Pandemie fast 325.000 Menschen mit Corona infiziert, über 30.000 sind daran verstorben. Das Auswärtige Amt warnt derweil vor Reisen nach Paris und ins Pariser Umland. Außerdem erklärte es auch Teile der Mittelmeerküste und die Cote d`Azur zu Risikogebieten. Eine Reisewarnung für das gesamte Land, wie das Auswärtige Amt sie beispielsweise für Spanien erklärt hat, gibt es für Frankreich bisher nicht. Wer in ein Risikogebiet reist, muss sich bei Rückkehr in Quarantäne begeben und einen Corona-Test machen.