Frankreich: Wut nach Trumps Waffen-Äußerungen

Donald Trumps Cowboy-Sprüche kommen in Frankreich nicht gut an.
Donald Trumps Cowboy-Sprüche kommen in Frankreich nicht gut an.
© REUTERS, Lucas Jackson, SMC/HD

06. Mai 2018 - 11:05 Uhr

US-Präsident Trump äußerte sich zu Paris-Attentätern

Donald Trump ist mit einer wenig empathischen Aussage einmal mehr in ein Fettnäpfchen getreten. Der US-Präsident bekommt für seine Äußerungen zu den Pariser Terroranschlägen von 2015 Gegenwind aus Frankreich. Lockere Waffengesetze hätten die Attentäter laut Trump stoppen können. Das französische Außenministerium reagierte prompt und forderte "mehr Respekt" für die Opfer und ihre Angehörigen.

Frankreich: Waffen "kein wirksamer Schutz" gegen Terroristen

Kerzen, Blumen und Karten liegen am 16.11.2015 vor dem Bataclan Theater in Paris (Frankreich) an einem Zaun. Bei einer Serie von Terroranschlägen in Paris in der Nacht vom 13. auf den 14. November 2015 wurden mindestens 129 Menschen getötet. Foto: Ma
Frankreich fordert nach Trumps Aussagen mehr Respekt für die Opfer der Anschläge von 2015.
© dpa, Malte Christians

"Frankreich ist stolz darauf, ein sicheres Land zu sein, in dem der Kauf und der Besitz von Feuerwaffen streng geregelt sind", erklärte das französische Außenministerium am Samstagabend. Mehr Waffen in den freien Umlauf zu bringen, stelle keinen wirksamen Schutz gegen Terroristen dar. Im Gegenteil könnte dadurch die Planung von Anschlägen erleichtert werden.

Trump hatte sich am Freitag in Dallas von Mitgliedern der US-Waffenlobby frenetisch feiern lassen. Er versprach das Recht auf Waffenbesitz zu verteidigen und lieferte vermeintliche Gründe für die Bewaffnung von Zivilpersonen. Dabei bezog er sich auf die IS-Anschläge in Paris. Hätte jemand auf die Terroristen geschossen, wäre es "eine ganz andere Geschichte gewesen", behauptete Trump. Weil niemand bewaffnet gewesen sei, hätten die Attentäter "einen nach dem anderen abgeknallt". Der US-Präsident gab auch gleich einen visuellen Eindruck der Situation: "Peng. Komm her, Peng, Peng!"

Bei der schrecklichen Anschlagsserie am 13.November 2015 töteten IS-Terroristen 130 Menschen. In der Konzerthalle Bataclan richteten sie ein Blutbad an, nahe des Stade de France sprengte sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland ein Selbstmordattentäter in die Luft.

Quelle: DPA / RTL.de