Nach Enthauptung bei Paris nimmt Frankreich Abschied vom Geschichtslehrer

Nach islamistischem Terroranschlag: Nationale Gedenkfeier für Lehrer Samuel Paty

21. Oktober 2020 - 23:28 Uhr

Staatsbegräbnis: Macron hält Trauerrede mit Tränen in den Augen

Frankreich trauert um den Lehrer Samuel Paty, der am 16. Oktober von einem Terroristen enthauptet wurde. Mit Tränen in den Augen sagte Frankreichs Präsident Macron auf der Gedenkzeremonie: "Samuel Paty wurde am Freitag zum Gesicht der Republik." Paty habe das Unterrichten leidenschaftlich geliebt. Er habe Bücher geliebt und sei ein Lehrer, den man nicht vergessen werde, so Macron.

Ermittler gehen von islamistischem Terrorakt aus

Der Sarg war zu dem Lied "One" von U2 in den Innenhof der Pariser Universität Sorbonne getragen worden. Zahlreiche Mitglieder der Regierung waren anwesend, auch Ex-Präsident François Hollande war dort.

Der 47-jährige Paty war am Freitag Ermittlern zufolge von einem 18-Jährigen attackiert und getötet worden. Die Leiche des Lehrers wurde enthauptet aufgefunden. Der Angreifer mit tschetschenischen Wurzeln wurde von Polizisten erschossen.

Das Verbrechen in einem Pariser Vorort löste im ganzen Land Entsetzen aus. Am Wochenende waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich zu solidarisieren. Ermittler gehen davon aus, dass Paty ermordet wurde, weil er im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte. Macron hatte direkt nach der Tat von einem islamistischen Terrorakt gesprochen.