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Gericht verurteilt 49-Jährigen zu zwölf Jahren Haft

Frankreich: Geburtshelfer soll elf Patientinnen vergewaltigt haben

Ein Geburtshelfer in Frankreich soll mehrere Frauen vergewaltigt haben. (Foto: Motivbild)
Ein Geburtshelfer in Frankreich soll mehrere Frauen vergewaltigt haben. (Foto: Motivbild)
© picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

01. März 2021 - 9:38 Uhr

Gericht verurteilt männliche Hebamme zu zwölf Jahren Haft

Er soll die Wehrlosigkeit seiner Patientinnen ausgenutzt haben: In Frankreich wurde ein Geburtshelfer wegen schwerer sexueller Übergriffe zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, sah ein Gericht im südfranzösischen Département Hérault es als erwiesen an, dass der 49-Jährige zwischen 2013 und 2016 in Montpellier elf Frauen vergewaltigte. Viele seiner Opfer brauchten Jahre, bis sie sich trauten, über ihre traumatischen Erlebnisse zu sprechen.

Geburtshelfer soll Vertrauen seiner Patientinnen schamlos ausgenutzt haben

Der Mann soll den Patientinnen während der Geburtsvorbereitung und nach der Geburt medizinische Eingriffe vorgegaukelt haben. Stattdessen nutzte er das Vertrauen der Frauen aber aus, um sie zu missbrauchen. Die Frauen berichteten von intimen Massagen und Orgasmen, die der Angeklagte gegen ihren Willen bei ihnen hervorgerufen hätte. Durch die Geburt seien seine Opfer zudem in einer emotionalen Ausnahmesituation gewesen.

"Er machte sie zu Opfern, die in ihren Schuldgefühlen gefangen waren", zitierte AFP den Staatsanwalt. Der 49-Jährige habe die Verletzlichkeit der Frauen schamlos ausgenutzt, die in der Schwangerschaft oder nach der Geburt Hilfe suchten. Die Anklage forderte im Prozess gegen die ehemalige männliche Hebamme sogar 20 Jahre Haft.

Geburtshelfer behauptet, er habe den Frauen nur helfen wollen

Laut seiner Anwältin wollte der Geburtshelfer die Frauen angeblich nicht verletzen. Er habe die Behandlungen durchgeführt, weil er das Wohlbefinden der Frauen verbessern wollte. Er habe übliche medizinische Praktiken an den Frauen durchgeführt, die falsch interpretiert worden seien, zitierte "France Bleu" die Verteidigerin des Mannes. Viele andere Frauen seien mit seiner Behandlung zufrieden gewesen.

Auch der Geburtshelfer selbst sagte vor Gericht, dass er seine Patientinnen "verehrt habe" und sie nicht verletzten wollte. Er bat die Opfer vor dem Urteil um Entschuldigung, bestritt aber laut dem Bericht des Senders sich pervers verhalten zu haben. Über den Urteilsspruch sei der 49-Jährige geschockt gewesen und habe weinend seine Schwester umarmt, bevor er aus dem Gerichtssaal geführt wurde.

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