Angreifer prügelten ihn ins Koma

Nach Streit um Maske: Busfahrer in Frankreich ist tot

11. Juli 2020 - 11:43 Uhr

Familie lässt lebenserhaltende Maßnahmen abstellen

Die brutale Attacke auf einen Busfahrer (59) schockierte Frankreich – jetzt ist der 59-Jährige tot, wie seine Tochter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Auf einer Fahrt in der Nähe von Bayonne im Süden des Landes wies er einen Mann mit Hund zurück, der trotz Maskenpflicht keine Mund-Nase-Maske trug – und auch keinen gültigen Fahrschein besaß. Es kam zum Streit mit mehreren Männern. Daraufhin schlug ihm einer heftig von hinten auf den Kopf. Er lag seit der Attacke im Krankenhaus, Ärzte hatten ihn bereits für hirntot erklärt. "Wir haben beschlossen, ihn gehen zu lassen. Die Ärzte waren dafür und wir auch", sagte seine Tochter nun AFP zufolge.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sprach den Angehörigen und Kollegen des Mannes sein Beileid aus. "Diese abscheuliche und feige Tat darf nicht ungestraft bleiben", schrieb Darmanin auf Twitter.

Vier Menschen nach Angriff auf den Busfahrer festgenommen

Der Fahrer hatte offenbar zuerst einem Mann ohne Schutzmaske den Zutritt verwehrt. Anschließend forderte er demnach mehrere Personen, die bereits ohne Maske im Bus waren, zum Aussteigen auf. Aus der Gruppe heraus wurde er dem Bericht zufolge dann angegriffen. Vier Tatverdächtige wurden Berichten zufolge festgenommen. Gegen zwei von ihnen, einem 22- und einen 23-Jährigen, wird demnach wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung. Die Polizei sucht nach Zeugen für den Vorfall.

08.07.2020, Frankreich, Bayonne: Veronique Monguillot, Ehefrau von Philippe Monguillot, einem Busfahrer, der am Sonntagabend in Bayonne angegriffen wurde, hält ein Foto von ihr mit ihrem Ehemann während eines Protestmarsches. Der Mann sei lebensgefäh
Brutaler Angriff auf Busfahrer schockiert Frankreich
© dpa, Bob Edme, BE

Busfahrer in der Region legen aus Protest Arbeit nieder

Der Bus fuhr für einen Transportverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen machten den Berichten zufolge Busfahrer des Verbunds von ihrem Recht Gebrauch, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen. Der Transport mit Bussen sei deshalb am Montag weitgehend lahmgelegt gewesen, berichtete France Bleu. Auch am Dienstag wollten die Fahrer demnach ihre Arbeit aussetzen. Für die Busfahrer wurde demnach psychologische Betreuung bereitgestellt.