Am Tag der Kommunalwahl

Politiker Nico Wehnemann erhält Drohschreiben von "NSU 2.0"

18. März 2021 - 17:59 Uhr

E-Mail von "NSU 2.0" kam am Wahlsonntag

Für Politiker ist der Wahltag immer ein besonderer. Schließlich entscheidet sich auf dem Stimmzettel, wie es in den nächsten Jahren für die Partei und den eigenen Job weitergehen wird. Für Nico Wehnemann hat der Tag der Kommunalwahl in Frankurt einen bitteren Beigeschmack bekommen: Am Wahlsonntag erhielt der Spitzenkandidat der Partei "Die Partei" ein Drohschreiben – unterzeichnet mit NSU 2.0. Wie er mit der Situation umgeht – im Video.

Spitzenkandidat von "Die Partei" veröffentlich Drohschreiben auf Twitter

In der E-Mail, die Wehnemann später auf Twitter teilte, steht unter anderem "Ich lege euch alle um" und "Blut wird fließen". Er habe umgehend Anzeige bei der Polizei Frankfurt erstattet, so der Politiker in einem weiteren Tweet.

Kritik an Innenminister Peter Beuth

Hessens Innenminister Peter Beuth
Bleibt Anwältin Seda Basay-Yildiz auf den Kosten der Sicherheitstechnik sitzen? Peter Beuth will nun andere Möglichkeiten prüfen.
© RTL Hessen/ Marcel Scheel

In Hessen erhielten zuletzt Ende Januar die Walter-Lübcke-Schule in Kassel und im Februar die Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız Drohschreiben des "NSU 2.0". Ihre nicht-öffentlichen Daten wurden zuvor an Polizeirechnern abgerufen. Aus Angst vor Angriffen ist sie umgezogen, denn dass LKA hatte ihr geraten, ihr Zuhause sicherer zu machen. Im Landtag gibt es nun Streit darüber, wer die 5.000 Euro für Sicherheitstechnik übernehmen soll. Bisher war die Polizei nicht bereit dazu, weswegen Innenminister Peter Beuth seitens der Opposition kritisiert wird. Am Donnerstag lenkt Beuth dann ein: "Ich verstehe die Sorgen, den Wunsch nach Sicherheit, einem Ende der Bedrohungen und auch die Übernahme der Kosten sehr gut. […] Wegen der besonderen Belastung von Frau Basay-Yildiz lasse ich derzeit noch einmal prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, in diesem Punkt über einen anderen Weg zu helfen."

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Seit 2018 werden Frauen vom "NSU 2.0" bedroht

Mehr als 133 solcher rassistischen Schreiben wurden seit 2018 verschickt. Auch die Linken-Politikerin Janine Wissler bekommt weiter regelmäßig Drohmails, die mit "NSU 2.0" unterschrieben sind. Ein Schreiben erreichte sie in der Woche vor ihrer Wahl zur Bundesvorsitzenden Ende Februar. Vor allem Frauen standen bislang im Fokus der Drohungen.

Autor TV-Beitrag: Benjamin Holler – hofft auf eine schnelle Aufklärung.