Im U-Bahnhof durch den Corona-Winter

Schlafsäcke und Tee für Frankfurts Obdachlose

Obdachloser in Frankfurt wird von Kältebus der Obdachlosenhilfe versorgt
Obdachloser in Frankfurt wird von Kältebus der Obdachlosenhilfe versorgt
© RTL Hessen

26. Oktober 2020 - 15:04 Uhr

150 Winter-Schlafplätze für Obdachlose in Frankfurt am Main

Für 150 Obdachlose in Frankfurt am Main wird es auch in diesem Winter wieder einen warmen und sicheren Schlafplatz in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor geben. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld eröffnet die Winteraktion der Stadt Frankfurt, die nun schon das dritte Jahr in Folge stattfindet. "Niemand soll durch Netz fallen", das sei klares Ziel der Kooperation von Stadt, Verein und Verkehrsgesellschaft.

Auch der Kältebus ist weiterhin unterwegs

Der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten organisiert diese Winteraktion im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main; die Flächen in der B-Ebene stellt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) zur Verfügung. Christine Heinrichs, stellvertretende Geschäftsführerin des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten, zeigt uns neben den Schlafplätzen auch den sogenannten Kältebus: Hier verteilen die Mitarbeiter bereits seit über 20 Jahren täglich auf einer nächtlichen Rundtour Decken, Schlafsäcke und andere wärmende Utensilien an Frankfurts Obdachlose auf der Straße. Bis zu 60 Aufträge haben die Helfer dort in kalten Nächten – teilweise werden sie von besorgten Bürger auf die Aufenthaltsorte der Obdachlosen aufmerksam gemacht.

Matten auf Abstand, C02-Ampel auf Empfang

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Schlafplätze für Frankfurter Obdachlose in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor
© RTL Hessen

2019 gab es laut Schätzungen ca. 400 bis 500 Obdachlose in Frankfurt, über 3000 Bürger leben in Unterkünften und Übergangseinrichtungen. Die Anzahl könne sich durch zerstörte Existenzen in der Corona-Zeit sogar noch erhöht haben. Und natürlich herrscht auch bei den Obdachlosen die Angst vor dem Virus. Die Mitarbeiter des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten achten auf strenge Einhaltung der Hygieneregeln am Schlafplatz der Obdachlosen. Die Schlafplätze sind 1,50 Meter voneinander entfernt; die Stadt hat C02-Ampeln und Luftfilter eingebaut.

Wegen ihrer meist sehr schwachen Gesundheit und dem fehlenden Schutz eines Heimes zählen Obdachlose in der Corona-Pandemie zu den Risikogruppen.

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Deutschlandweite Hilfe durch Kältebusse im Corona-Winter

In vielen großen Städten in Deutschland sind die Kältebusse unterwegs und helfen Menschen in großer Not. Sie fahren durch die Großstädte und suchen Obdachlose auf. Dort können sie sich aufwärmen. Sie bekommen heiße Getränke und bei Bedarf Kleidung und einen warmen Schlafsack. Melden Sie sich bei den Mitarbeitern in Ihrer Stadt, sollten Sie einem frierenden Obdachlosen begegnet sein.

Kältebus Berlin: 0178-523 58-38

Kältebus Köln: 0221-25974244 oder 0176-24071312

Gutenachbus Düsseldorf: 01578-3505152

Mitternachtsbus Hamburg: 040-42828-5000

Kältebus Frankfurt am Main: 069-431414

Kältebus München: 089-200045930

Kältebus Dresden: 0351-8036581

Kältebus Krefeld: 0163-1452811

Kältebus Hannover: 0511-9904015

Kältebus Mainz: 0172-6128282

Kältehilfe Stralsund: 03831-703690