Frankfurt: Polizistin erschießt Frau in Jobcenter

Tödliche Schüsse: In einem Frankfurter Jobcenter hat eine Polizistin nach einem Messerangriff:eine Frau erschossen.

19. Mai 2011 - 15:04 Uhr

Die Frau hatte auf einen Beamten eingestochen

Tödliche Schüsse in Jobcenter: Bei einer handgreiflichen Auseinandersetzung in einem Frankfurter Jobcenter hat eine Polizistin am Morgen nach einem Messerangriff eine Frau niedergeschossen und tödlich verletzt. Die Frau hatte nach Angaben der Polizei zuvor einen Beamten mit einem Messer angegriffen und in den Arm und in den Bauch gestochen.

In dem Jobcenter, einer Außenstelle für Wohnungslose und Menschen mit Suchtproblemen, war es ersten Ermittlungen zufolge zu einer Auseinandersetzung zwischen der Frau und dem Personal gekommen. Die Mitarbeiter des Jobcenters verständigten daraufhin die Polizei. Als die Streife eintraf und der Polizist die Frau bat, ihre Papiere zu zeigen, holte diese laut Polizei ein Messer aus ihrer Tasche und ging damit auf den Beamten los

Polizisten schießen fast wöchentlich auf Menschen

Der Polizist und die Angreiferin wurden in Krankenhäuser gebracht, wo die Frau rund eine Stunde später an ihren schweren Verletzungen starb. Wie oft die Polizistin geschossen hat und wo sie die Frau traf, war zunächst genauso unklar wie deren Alter und Identität.

Polizisten schießen in Deutschland nach Angaben der Bundesländer fast jede Woche mit ihren Dienstwaffen auf Menschen. Danach haben Beamte in den Jahren von 1998 bis einschließlich 2009 deutschlandweit 547 Mal gezielt auf jemanden gefeuert. In der Mehrzahl der Fälle sind die Schüsse nicht tödlich. In den genannten 547 Fällen gab es 87 Tote und 309 Verletzte. Meistens handelten Polizisten in einer klaren Notwehrsituation.

Für den 'polizeilichen Schusswaffengebrauch', so der Fachbegriff, gelten eindeutige gesetzliche Regeln. Die Beamten dürfen ihre Waffen nur in Extremsituationen einsetzen. Neben Notwehr als häufigstem Grund ist das Schießen im Ernstfall auch erlaubt, wenn etwa schwere Verbrechen oder die Flucht eines gefährlichen Täters nicht anders zu verhindern sind. Immer muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Falls noch möglich, muss der Gebrauch der Waffe angedroht oder ein Warnschuss abgefeuert werden.