"Housing first"

Partei "Volt" will Obdachlosen Wohnungen vermitteln

Partei "Volt" will Obdachlosen Wohnungen vermitteln "Housing first"
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"Housing first"
Partei "Volt" will Obdachlosen Wohnungen vermitteln

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Obdachlose aus dem Teufelskreis retten

Die proeuropäische Partei „Volt“ will Obdachlosen dabei helfen, den Weg zurück in ein zivilisiertes und menschenwürdiges Leben zu finden. Leider scheitert das oft schon daran, dass Obdachlose eben keine Meldeadresse haben und allein deshalb vor viele Probleme gestellt werden. Das sogenannte Prinzip „Housing first“ soll Abhilfe schaffen.

Obdachlosigkeit kann jeden treffen

Stereotype geben ein gängiges Bild von Obdachlosen – sie haben schlechte oder keine Schulbildung und sind möglicherweise selbst an ihrer auswegslosen Situation Schuld. Dass dem nicht so ist, erzählt uns der ehemalige Obdachlose Stefan im RTL-Interview. Der gelernte Elektriker und Musiker verlor im September seine Wohnung, lebte fortan auf der Straße und verbrachte seine Tage im Frankfurter Bahnhofsviertel. „Plötzlich ist nichts mehr da, man steht kurz vor der Selbstaufgabe, kurz vor der Resignation, weil man merkt, dass diese ganze Tür nur in eine Richtung schwingt – und zwar nach unten“, sagt er uns.

Laut Stefan fühlen sich Ämter für Obdachlose nicht zuständig, weil diese eben keine feste Adresse haben. So entstehe der Teufelskreis.

Idee des "Housing First" kommt aus den USA

Die proeuropäische Partei Volt will nun gegensteuern. Nach amerikanischem Vorbild wollen sie in Frankfurt unter dem Titel „Housing first“ den Obdachlosen zu allererst eine Wohnung geben. In der Theorie würden sie auf diese Weise wieder besser in die Gesellschaft integriert und wären schneller wieder in der Lage, sich um sich selbst zu kümmern. So hätten alle was davon. Leider ist der Wohnungsmarkt gerade in Frankfurt extrem angespannt.

Platz gebe es laut Eileen O’Sullivan aber trotzdem genug: „Es werden immer wieder neue Wohnungen gebaut in Frankfurt, aber dem Anspruch, dass ein Teil des Neubaus für sozialbedürftige Menschen freigehalten wird, dem wird die Stadt konstant nicht gerecht.“

Ob es tatsächlich dazu kommen wird, dass dieses Modell in Frankfurt Einzug erhält, scheint in naher Zukunft eher unwahrscheinlich. Nichtsdestotrotz rückt Volt mit ihrem Impuls ein wichtiges Thema in den Fokus, das leider schnell übersehen wird.