Frankfurt: Noch mehr Flugausfälle

10. Februar 2016 - 13:30 Uhr

Hunderte Flüge gestrichen

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt ist der angekündigte Streik der Vorfeldmitarbeiter in vollem Gange. Am Donnerstag seien 172 von 526 ursprünglich angesetzten Flügen annulliert worden, teilte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport mit. Aber es kommt noch dicker.

Streik am Frankfurter Flughafen
Streik am Frankfurter Flughafen: Passagiere bleiben am Boden.
© dpa, Arne Dedert

"Falls es kein Einsehen gibt, werden wir am Freitag von 8.00 bis 22.00 Uhr die Arbeit niederlegen", sagte Matthias Maas von der Gewerkschaft der Flugsicherung. Die Lufthansa hat schon 250 Flüge aus dem Programm genommen, aber keine interkontinentalen Verbindungen. Sowohl Fraport als auch die Lufthansa kritisierten die Ausweitung der Streikdauer scharf.

Die rund 200 Vorfeldlotsen, Verkehrsdisponenten und Flugzeugeinweiser wollen mit Hilfe der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) deutlich höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

Der Streik am Frankfurter Flughafen sorgt für weiteren Ärger unter den verschiedenen Gewerkschaften - denn Verdi macht Front gegen jetzt streikenden Vorfeldlotsen. Angeführt von der GdF versuche eine kleine Minderheit von 200 Leuten, sich auf Kosten anderer zu bereichern, sagte Verdi-Sekretär Gerold Schaub.

Flughafen lehnte Schlichterspruch ab

Hintergrund des Streiks ist der Tarifkonflikt um die 200 Beschäftigten, die als Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeug-Einweiser arbeiten. Sie wollen ein deutlich höheres Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen. Der Flughafenbetreiber Fraport hatte einen Schlichterspruch abgelehnt. Die Gewerkschaft reagiert darauf nun mit dem Streik.

Die Forderungen der GdF seien im Vergleich zu anderen Tätigkeiten völlig überzogen, findet etwa die Fraport-Betriebsratschefin Claudia Armier und appelliert schriftlich an die GdF-Kollegen, ihre Forderungen fallen zu lassen. Die voraussichtlichen Kosten von sieben Millionen Euro würden sonst wohl bei den anderen Beschäftigten eingespart.

Angesichts des Streiks verlangt die Betreibergesellschaft Fraport gesetzlichen Schutz vor der Willkür kleiner Spartengewerkschaften. Dass 200 von 20.000 Mitarbeitern versuchten, den Betrieb lahmzulegen, sei nicht akzeptabel und führe das Streikrecht ad absurdum, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch.