Angeklagter gesteht Flaschenwurf auf Polizisten

Erster Prozess um Corona-Krawallparty auf Frankfurter Opernplatz

17. Februar 2021 - 18:08 Uhr

Corona-Party außer Kontrolle

Das erste Verfahren rund um die Krawalle auf dem Frankfurter Opernplatz vom vergangenen Juli am Frankfurter Amtsgericht begann mit einem Geständnis: Der 20-jährige Angeklagte gab zu, im Sommer 2020 eine Glasflasche in die Richtung von Polizeibeamten geworfen zu haben. Aufgrund des Alkoholkonsums – nach Festnahme über ein Promille – habe er sich zu der Tat hinreißen lassen.

Umfangreiches Urteil trotz Reue

Am ersten Verhandlungstag fiel nun auch direkt das Urteil: Der bisher nicht vorbestrafte 20-Jährige bekommt eine Verwarnung wegen Landfriedensbruch in besonders schweren Fall, gefährlicher Körperverletzung, Körperverletzung sowie Widerstand gegen die Polizei, 50 Sozialstunden – innerhalb von drei Monaten leistbar. Außerdem solle er innerhalb von vier Wochen das Buch "Deutschland im Blaulicht" (Erfahrungen einer Polizistin aus dem Dienst) lesen und 500€ an die Kinderhilfe Frankfurt in monatlichen Raten à 100 Euro zahlen.
Der Student hatte vor Gericht seine Tat bereut und auch seine Eltern hatten zuvor ein Entschuldigungsschreiben an die Polizei gesendet, in dem es hieß, sie seien "voller Reue, Entsetzen und Scham" aufgrund der Tat ihres Sohnes.

Fast 15.000 Euro Schaden durch Randale

Der Opernplatz im Herzen Frankfurts hatte sich im vergangenen Sommer angesichts geschlossener Clubs und Diskotheken zu einer Partyzone unter freiem Himmel entwickelt. Auch am Wochenende des Vorfalls hatten bis zu 3.500 Menschen zunächst friedlich gefeiert. In den frühen Morgenstunden kam es dann zu den Angriffen auf die Beamten und ihre Fahrzeuge. Dabei sollen laut Staatsanwaltschaft fünf Polizisten verletzt worden sein. Zudem sollen die Randalierer einen Sachschaden in Höhe von mindestens 14.600 Euro verursacht haben.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann: "Ich war entsetzt"

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, zeigt sich auch über ein halbes Jahr nach den Vorfällen zum Prozessbeginn schockiert. Auf den Prozess und die notwendigen staatlichen Konsequenzen habe man lange gewartet, sagt er im RTL-Interview. "Ich hoffe, dass es nicht bei den sieben (Angeklagten) bleibt. Sondern dass man das nutzt, um noch mehr, die sich dran beteiligt haben und dachten, das sei ein Freizeitvergnügen, dingfest zu machen." Man müsse klare Grenzen setzen und Krawalle mit einem größeren Aufgebot von Beamten im Keim ersticken. "Die Leute sind angespannt, das ist wie so ein Gummiband und wenn das dann wie im letzten Jahr durchgeschnitten wird, dann schnallt das nach vorne und das darf nicht nochmal passieren."

Prozesse gegen sechs weitere Randalierer geplant

Ingesamt hat die Staatsanwaltschaft sieben Männer angeklagt, die im Sommer 2020 an den schweren Ausschreitungen auf dem Frankfurter Opernplatz beteiligt gewesen sein sollen. Den Männern im Alter zwischen 18 und 31 Jahren werde jeweils vor dem Amtsgericht unter anderem Landfriedensbruch und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit.

Quelle: DPA/RTL.de