Besonders während der Corona-Pandemie wichtiger denn je

Frank Zanders Weihnachtsessen für Obdachlose

17. Dezember 2020 - 15:26 Uhr

Frank Zander: "Gar nichts machen, finde ich ziemlich schäbig."

Normalerweise lädt Musiker Frank Zander mehrere tausend Obdachlose ins noble vier Sterne Hotel zur Weihnachtsfeier ein- inklusive Gänseessen und Livemusik. Doch auch dieses besondere Zusammentreffen muss 2020 wegen Corona ausfallen. Für den 78-jährigen kein Grund, die Obdachlosen hängenzulassen. "Gar nichts machen, finde ich ziemlich schäbig.", sagt er im Interview mit RTL. Welche Überraschung er sich ausgedacht hat, sehen Sie im Video.

Corona-Jahr erschwert auch das Leben auf der Straße

Alex, obdachlos seit 20 Jahren
Alex, obdachlos seit 20 Jahren
© RTL

Für die Obdachlosen ist es dieses Jahr besonders hart. "Die Leute geben nicht mehr so viel wie davor. Ich denke, dass hängt auch mit der Angst zusammen.", erklärt der Obdachlose Alex RTL-Reporterin Jessica Kühefuß, die ihn am Suppenbus der Berliner Stadtmission trifft. Der Suppenbus ist eine der wenigen Möglichkeiten, wo Alex noch etwas Warmes zu Essen bekommt. Denn viele Suppenküchen, die früher Anlaufstellen waren, haben coronabedingt geschlossen. "Wir fahren dann die Orte ab, die aus den letzten Wintern bekannt sind und gucken, ob Leute da sind", sagt Antonia von der Stadtmission. Insgesamt vier Stunden täglich ist der Bus unterwegs und verteilen neben der Suppe inzwischen auch Masken.

Sorge vor Ansteckung auch bei Obdachlosen

ARCHIV - 06.12.2012, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Obdachloser schläft in einem Vorraum der Kunstsammlung in der Nähe des Rheinufers. (Zu dpa «Obdachlos im Pandemiewinter: Hilfsaufwand ist größer als sonst») Foto: picture alliance / dpa +++ dp
Obdachlos im Pandemiewinter
© dpa, Martin Gerten, mg hpl Ken gfh

Etwas warmes zu essen ist das Eine, eine warme Bleibe das Andere. Doch viele Obdachlose schlafen lieber draußen in der Kälte als in einer Notunterkunft. Sie haben Sorge sich anzustecken. Dazu kommt, dass die Notunterkünfte wegen der Abstandsregeln nur noch einen Teil der Bedürftigen aufnehmen können. In Hamburg hat man sich deshalb ein ganz besonderes Übernachtungsangebot überlegt: 80 Obdachlose haben hier die Möglichkeit bis März im Hotel unterzukommen. "Überwältigend! Es ist erst einmal nicht fassbar. Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich begriffen habe, dass ich jeden Tag duschen kann, dass es windstill ist, trocken, warm", schildert ein junger Obdachloser, der eines der Zimmer ergattern konnte. Ermöglicht wird die Hilfe durch Spenden. Jeder Euro hilft, damit auch die Obdachlosen während der Pandemie über die Runden kommen.