Schon wieder Probleme mit dem Regierungsflieger

Frank-Walter Steinmeier in Äthiopien gestrandet

© dpa, Britta Pedersen, ped lof

30. Januar 2019 - 16:10 Uhr

Technische Probleme verlängern den Staatsbesuch

Es ist schon wieder passiert: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier blieb in Äthiopien stecken, weil es eine Panne am Regierungsflieger gab. Wegen technischer Probleme konnte die "Theodor Heuss" nicht wie geplant abheben und zurück nach Berlin fliegen.

Regierungsflieger machen immer wieder Probleme

Bei dem Defekt handelt es sich laut Präsidialamt um ein "Druckluftproblem", das auf dem Flughafen in Addis Abeba behoben werden könne. Steinmeier blieb mit seiner Delegation darum erst einmal im Hotel, anstatt um 12.50 Uhr (MEZ) die Heimreise anzutreten.

Für die Bundesregierung ist die Panne besonders peinlich, denn die Regierungsflieger hatten in den letzten Monaten durch zahlreiche Defekte Schlagzeilen gemacht. Erst im Januar saß Entwicklungsminister Gerd Müller in Sambia fest. Im November 2018 verpasste Angela Merkel den Beginn des G20-Gipfels in Buenos Aires, weil ihre Maschine – die "Konrad Adenauer" kurz nach dem Start in Köln/Bonn notlanden musste. Das Funksystem der Maschine fiel aus. Daraufhin musste die Kanzlerin per Linienflug nach Argentinien.

Im Oktober 2018 strandete Bundesfinanzminister Olaf Scholz in Indonesien. Nagetiere hatten die "Konrad Adenauer" lahmgelegt, weil sie Kabel zerbissen. Auch er musste sich einen normalen Linienflug buchen, um wieder nach Hause zu kommen. Und auch Steinmeier hatte 2014 schon mal Pech als er noch Außenminister war. Auch damals musste er stundenlang warten, bis er aus Äthiopien wegkam, weil es einen Defekt am Regierungsflieger gab.

Peinliche Panne für Deutschland

Frank-Walter Steinmeier zum Staatsbesuch in Äthiopien
Frank-Walter Steinmeier reiste mit einer Wirtschaftsdelegation nach Äthiopien.
© dpa, Britta Pedersen, ped lof

Der Bundespräsident war zusammen mit einer Wirtschaftsdelegation zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Äthiopien gereist. Dieser Aufenthalt wurden nun unfreiwillig sogar noch etwas verlängert. Äthiopien stehe vor enormen Herausforderungen – politisch, wirtschaftlich und demografisch, sagte Steinmeier. "Wir hoffen, dass die Regierung in der Lage ist, damit umzugehen". Deutschland werde diesen Kurs "mit unseren Möglichkeiten auch gerne unterstützen", erklärte der Bundespräsident.

Wie ernst die äthiopische Regierung dieses Angebot von einem Land nimmt, das noch nicht einmal in der Lage zu sein scheint, seine Regierungsmaschinen pünktlich abheben zu lassen, ist nicht bekannt.