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Fraktionen fordern Standortsicherheit für Werft in Wolgast

Küstenschutzboot wird auf ein Transportschiff verladen
Ein Küstenschutzboot wird im Hafen auf ein Transportschiff verladen. Foto: Stefan Sauer/Archiv © deutsche presse agentur

Die Regierungsfraktionen im Schweriner Landtag sehen bei einem möglichen Export-Stopp für Küstenwachboote nach Saudi-Arabien den Bund in der Pflicht, die Beschäftigung auf der Werft in Wolgast weiter zu sichern. "Die Bundesregierung muss für Kompensation sorgen. Die Werft mit ihren 300 Arbeitsplätzen ist ein wichtiger Industriestandort, der erhalten bleiben muss", betonte SPD-Fraktionschef Thomas Krüger am Montag in Schwerin. Er machte dabei erneut seine kritische Haltung zu Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien deutlich und votierte für ein Ende der Lieferungen.

Die Bundesregierung habe den Export der Küstenwachboote genehmigt, sagte CDU-Fraktionschef Vincent Kokert. Wenn sie nun zu einer anderen politischen Bewertung komme, müsse sie für die Werft auch Alternativen bieten, etwa durch Rüstungsaufträge für die Bundesmarine. "Wir haben uns als Land darauf verlassen, dass über Jahre hinweg Arbeit für die Schiffbauer in Wolgast da sein wird und die Werft auch mit Landesmitteln entwickelt", sagte Kokert. Anders als Krüger halte er es aber auch für denkbar, an den geschlossenen Verträgen festzuhalten, zumal die Boote für den Küstenschutz in Saudi-Arabien bestellt worden seien und nach Expertenangaben mit ihrer Aluminium-Haut für Kriegseinsätzen ungeeignet seien.

Für die Werft in Wolgast, die seit 2013 zur Bremer Lürssen-Gruppe gehört, sichert der Bau der Küstenwachboote den Großteil der Beschäftigung. Wegen der Ungereimtheiten um den gewaltsamen Tod des Journalisten Jamal Khashoggi stehen deutsche Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien auf dem Prüfstand.


Quelle: DPA

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