Regelung mit Pferdefuß

Fragwürdiger Budgetdeckel in der Formel 1: Große Teams setzen sich durch

Horner, Wolf und Binotto: Die drei Top-Teams mit den dicken Portemonnaies setzen sich durch
Horner, Wolf und Binotto: Die drei Top-Teams mit den dicken Portemonnaies setzen sich durch
© REUTERS, GONZALO FUENTES, RC

07. Juni 2019 - 20:04 Uhr

Nur noch 175 Millionen US-Dollar pro Saison

Im Streit um eine Budgetgrenze in der Formel 1 haben sich wieder einmal die großen Teams durchgesetzt. Statt 130 Millionen US-Dollar - wie vom Automobil-Weltverband FIA und dem Formel-1-Management vorgeschlagen – dürfen die Rennställe laut 'Auto, Motor und Sport' ab 2021 nicht mehr als 175 Millionen Dollar pro Saison ausgeben. Kurios: Einige nicht unerhebliche Kosten fallen nicht unter die neue Obergrenze.

Renault-Boss Abiteboul: "Kein echter Neubeginn"

Neben F1-Besitzer Liberty Media hatten sich auch kleinere Rennställe für ein niedrigeres Limit ausgesprochen - in der Hoffnung, dass mehr Chancengleichheit in die Königsklasse einkehrt.

Doppelt unglücklich: In der neuen Lösung sind gar nicht alle Ausgaben der Teams enthalten. So werden Fahrergehälter, Motorkosten, Reisespesen und Ausgaben fürs Marketing nicht dem Budget zugerechnet.

"Wenn wir das dazu zählen, sind wir schnell wieder bei 250 Millionen", sagte der Teamchef eines kleineren Rennstalls "Auto, Motor und Sport". Auch Renault-Boss Cyril Abiteboul äußerte Kritik: "Das ist kein echter Neubeginn. Der Plan war, dass alle Teams profitabel sein sollen. Die Rechnung geht für die Privatteams nicht auf."

Drakonische Strafen drohen

Immerhin sollen bei Verstößen gegen die Deckelung zum Teil drakonische Strafen drohen: So kann Teamchefs die Lizenz entzogen werden; sie dürfen danach in keiner FIA-Serie mehr tätig werden. Den Rennställen drohen zudem Punktabzüge für die laufende Saison.

Die Budgetgrenze soll mit dem neuen Formel-1-Regelwerk ab der Saison 2021 in Kraft treten und zunächst bis 2025 gelten. Die FIA stellte den Teams das Rahmenwerk vor dem Grand Prix von Kanada in Montreal zu.