Frage zu Transgender: Transfrau bedankt sich bei Vater für den offenen Umgang mit seiner Tochter

Liv Hnilicka wollte ihre Geschichte "in die Welt hinausschreien"

01. Oktober 2015 - 19:51 Uhr

"Danke, dass Sie sich dafür einsetzen, Ihr Kind zu öffnen"

Liv Hnilicka lebt in Minneapolis im US-Bundestaat Minnesota und kellnert in einem Restaurant. Sie ist eine Frau, die als Junge geboren wurde. Ein Fakt, der für viele Menschen noch immer schwer zu begreifen ist. Umso herzerwärmender ist der Moment, als ein Mann im Restaurant auf sie zukommt und sie ganz höflich um einen Gefallen bittet. "Meine Tochter fragte mich gerade, ob Sie ein Junge oder ein Mädchen sind. Ich möchte nicht für Sie sprechen, würden Sie also vielleicht mal mit ihr reden?", habe der Mann sie gefragt. Die Amerikanerin ist davon so gerührt, dass sie die ganze Geschichte nun auf ihrer Facebook-Seite geteilt hat.

Liv ist nervös, als sie im Restaurant auf das neugierige Mädchen zugeht um ihre Frage zu beantworten. "Ich habe gehört, du möchtest gerne wissen ob ich ein Junge oder ein Mädchen bin? Ich denke, es ist das Wichtigste, dass wir nie vergessen, dass jeder in dieser Welt sein kann, was er möchte", schreibt die junge Frau in dem Post. "Es ist auch wichtig, dass wir stets versuchen, der beste Mensch für unsere Familie und Freunde zu sein. Und auch für Fremde. Um aber nun deine Frage zu beantworten: Mir wurde in ganz jungen Jahren gesagt, dass ich ein Junge bin. Jetzt als Erwachsene lebe ich aber als Frau. Es mag vielleicht kompliziert klingen, in Wahrheit ist es aber ganz einfach." Die Kellnerin fragt das Mädchen noch, ob sie weitere Fragen dazu hat, doch die antwortet nur mit einem Lächeln: "nein". Dinge, die manche Erwachsene wohl nie verstehen werden, können Kinder ganz einfach begreifen.

Für Liv Hnilicka ist das der "herausragendste Moment des Tages" gewesen. Sie sei danach mit einem "wirklich guten Gefühl" wieder zurück an die Arbeit gegangen und habe sich darüber gefreut, "dass Eltern sich dafür eingesetzt haben, ihr Kind für verschiedene und mitunter schwierige Themen zu öffnen. Toll gemacht, ihr Mütter und Väter da draußen. Denn damit macht ihr Platz für Leute wie mich."

Die Geschichte hat sich binnen kürzester Zeit im verbreitet und der Post hat mehr als 5.500 Likes und wurde über tausend Mal geteilt. Der amerikanischen 'Cosmopolitan' erklärte Liv auch, warum sie die Geschichte im sozialen Netzwerk geteilt hat: "Dieses Zusammentreffen war so anders, als alle Erfahrungen, die ich bislang gemacht habe. Ich hatte danach das Gefühl, auf den Gipfel eines Berges rennen zu müssen und es in die Welt hinauszuschreien."