Wegen Datenschutz

Fotoverbot bei Einschulung: Eltern dürfen ihre Kinder nicht fotografieren

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17. August 2019 - 11:50 Uhr

Kein Erinnerungsfoto vom großen Tag

Aus Angst vor Klagen haben viele Grundschuldirektoren in Sachsen-Anhalt Eltern das Filmen oder Fotografieren ihrer Kinder bei der Einschulung komplett verboten. Sie befürchten Datenschutz-Verstöße.

Auch private Bilder sind verboten

Etliche Schulen wollen ein vollständiges Fotoverbot erlassen, berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Auch für das private Album dürfen Eltern dort keine Bilder mehr anfertigen. In der halleschen Grundschule "Frohe Zukunft" etwa wird ein Aushang die Familien der Erstklässler informieren, dass während der gesamten Feier kein Foto gemacht werden darf.

"Falls ich jemanden sehe, der dagegen verstößt, werde ich eingreifen", kündigt Schulleiter Steffen Hunkert an. "Ich gehe aber davon aus, dass alle Verständnis haben." Bei einem Info-Abend zur Vorbereitung des Schuljahrs seien nicht alle Eltern einverstanden gewesen, dass ihr Kind fotografiert wird. Die Folge: "Wenn es nicht für alle geht, dann eben für keinen", sagt Hunkert.

Kaum Zustimmung von den Eltern

Das Bildungsministerium überlässt es den Schulen, wie sie mit dem Datenschutz umgehen. Eine Handreichung aus dem vergangenen Jahr nennt ein totales Fotoverbot als eine mögliche Lösung. Allerdings, warnt das Ministerium, dürfte das "meist auf wenig Zustimmung" der Eltern stoßen. Denkbar sei auch eine Ausnahme: Am Ende der Veranstaltung könnten alle Kinder, deren Eltern das wünschten, zu einem Klassenfoto zusammenkommen.

Was dürfen Eltern - und was nicht?

Ein lustiges Kinderfoto in der WhatsApp-Gruppe, der Kindergeburtstag auf Facebook: Viele Eltern teilen regelmäßig Fotos von ihrem Nachwuchs und verstoßen dabei oft gegen geltendes Recht. Was Eltern bei der Verwendung von Bilder ihrer Kinder beachten müssen - im Video.