Foto vom Überfall in London: 98-Jähriger zeigt, was blanke Gewalt anrichten kann

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9. November 2018 - 22:01 Uhr

Dieses Bild schockiert derzeit das Netz

Entsetzlicher Vorfall in London: Ein 98-Jähriger wurde in seiner Wohnung ausgeraubt und zusammengeschlagen. Jetzt kämpfen die Ärzte um sein Leben. Nicht nur Familie und Nachbarn sind schockiert - das Foto des Mannes, welches die Spuren blanker Gewalt zeigt, geht derzeit im Netz viral.

Londoner Polizei: Dieser Überfall war brutal und sinnlos

London 98-Jähriger überfallen und geschlagen
Der Mann hat schlimme Ergüsse an den Armen.
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Simon Gouldstone besuchte am Dienstag seinen 98-jähriger Vater Peter in seinem Haus in Bounds Green im Norden Londons. Als er hineinging und die Schlafzimmertür öffnete, sah er seinen Vater bewusstlos am Boden liegen. "Ich habe das schlimmste befürchtet", sagte Simon dem US-Sender "BBC". Er habe am ganzen Körper Blutergösse und eine schwere Verletzung am Kopf gehabt. Sofort rief er die Polizei. Rettungskräfte brachten den Kriegsveteranen in eine Klinik. Noch immer kämpfen sie um sein Leben.

Die Polizei sprach von einem brutalen und sinnlosen Überfall auf einen hilflosen und kranken Mann. Das Ausmaß der Gewalt sei entsetzlich, so ein Sprecher. Die Diebe hätten demnach auf einen wehrlosen alten Mann eingeschlagen. Dabei nahmen sie offenbar einen Fernseher und ein paar persönliche Gegenstände aus dem Schlafzimmer mit.  

Sohn Simon Gouldstone veröffentlichte ein Bild seines Vaters vom Krankenbett

"Mein Vater leidet seit Jahren an Herzproblemen und ist an sein Bett gefesselt", sagte sein Sohn Simon. Er beschrieb ihn als eine zurückhaltende, friedliche und hilfsbereite Person. Dem Sender sagte er, dass ihn die Tat so sehr erschüttert habe, dass er ein Foto von seinem Vater aus dem Krankenhaus veröffentlicht habe. Man müsse auf solche Taten aufmerksam machen, so Simon. 

"Ich weiß nicht, wie solche Menschen mit sich selbst leben können", sagte er." Je früher sie eingesperrt werden, desto besser." Für solche Menschen finde er keine Worte mehr. Simon erzählte dem Sender, sein Vater habe während des zweiten Weltkrieges in Italien an Telefonanschlüssen gearbeitet, anschließend arbeitete er bei der Post und ging 1980 in den Ruhestand. 

Familie und Nachbarn kümmerten sich um den kranken Rentner

Auch die Nachbarn sind über den Überfall schockiert, aber auch um ihre eigene Sicherheit besorgt. Die Nachbarschaft sei eigentlich sehr friedlich und man kenne sich untereinander, erklärte Simon.

Viele Nachbarn kümmerten sich sogar zusammen mit der Familie um den 98-Jährigen. Oft habe die Gemeinde Geld gesammelt, um die Familie bei der Pfelge zu unterstützen, sagte Nachbarin Emma Austen der britischen Zeitung "Daily Mail" und fuhr fort: "Es ist wirklich schrecklich, dass gerade ihm so etwas passiert ist".

Im Netz ist daraufhin eine hitzige Debatte entfacht. Wie kann es sein, dass Kriminelle einen wehrlosen Menschen derart zurichten? Man liest zwar ständig von Opfern, von Verletzten. Aber dieses Foto, das derzeit um die Welt geht, zeigt, was die Folgen sind: Koma, Brüche, Blutergüsse. Spuren einer Gewaltorgie, die man nicht übersehen darf.