Forscher testen Seewasser von Loch Ness auf DNA

Ist das Rätsel um Ungeheuer "Nessie" gelöst?

05. September 2019 - 22:27 Uhr

Sicher ist: Es gibt keinen Dinosaurier in Loch Ness

Gibt es nun ein Monster von Loch Ness oder gibt es keins? Ein internationales Forscherteam wollte diese Frage ein für alle Mal klären und hat 300 Wasserproben aus dem schottischen See südwestlich der Stadt Inverness entnommen, um sie auf DNA zu untersuchen. Jetzt sind die Forscher sicher: Nessie kann auf keinen Fall eine Urzeit-Kreatur wie zum Beispiel ein Plesiosaurier sein, der auf rätselhafte Weise in Schottland überlebt hat. Dafür fanden die Wissenschaftler viele DNA-Spuren einer anderen Spezies. Was bei dem Test heraus kam, erklärt Genetik-Experten Neil Gemmell im Video.

Ist Nessie in Wahrheit ein riesiger Aal?

Vermeintliches Ungeheur von Loch Ness Nessie
Dieses Foto von "Nessie" kursiert bereits seit dem Jahr 1934 - allerdings wurde es schon lange als Fälschung entlarvt.
© picture alliance

Loch Ness ist 230 Meter tief und sehr dunkel. Die erste überlieferte Sichtung eines vermeintlichen Monsters in dem See liegt schon fast 1500 Jahre zurück. Inzwischen wollen Tausende Leute Nessie gesehen haben – vor allem im Sommer. Viele Aufnahmen, die das angebliche See-Ungeheuer zeigen sollen, stellten sich aber als Fälschungen heraus. Im Labor wurden die Wasserproben aus dem See nun auf Fragmente von Haut, Schuppen, Federn, Fell, Kot oder Urin untersucht. So konnten die Forscher feststellen, wer oder was sich in dem See bewegt.

Aber die Ergebnisse der Forscher lassen viel Raum für Spekulationen. Sie können dank der Proben zwar ausschließen, dass sich ein Dinosaurier, ein riesigen Hai, Wels oder Stör in dem See befindet. Aber ob es Nessie gibt oder nicht, wissen auch die Forscher nach der der DNA-Analyse des Seewassers nicht so genau. Alles, was sie sagen können: In Loch Ness gibt es eine "signifikante Menge" von Aal-DNA. Ist Nessie also ein riesiger Aal? Oder ist das Ungeheuer doch reine Fantasie?

Forscher finden keine Beweise für ein Ungeheuer in Loch Ness

ARCHIV - 17.04.2014, Großbritannien, Inverness: Der See Loch Ness im schottischen Hochland bei Inverness. Die Uralt-Saga um das Monster von Loch Ness ist um ein Kapitel reicher. Nach einer gründlichen Analyse von DNA-Proben aus dem See im schottische
Forscherteam: «Nessie» möglicherweise nur ein Riesen-Aal
© dpa, Philipp Brandstädter, soc iku wst gfh

Die Daten würden nicht zeigen, wie groß die Aale von Loch Ness sind, erklärte Gemmell von der neuseeländischen University of Otago. "Aber die reine Menge dieses Materials sagt, dass wir die Möglichkeit, dass es in Loch Ness riesige Aale gibt, nicht ausschließen können." Das würde auch zu Berichten von Tauchern passen, die die in dem See Aale gesehen haben wollen, die so groß wie ihre eigenen Beine waren.

Eingefleischte Nessie-Fans wird diese Erklärung kaum überzeugen – auch wenn es bisher keine wissenschaftlichen Beweise gibt, dass das Monster von Loch Ness überhaupt existiert. Aber bedeutet das wirklich, dass es kein Monster gibt? Sobald das nächste verwackelte Foto der geheimnisvollen Kreatur auftaucht, gibt es sicher wieder neue Erklärungsversuche.