Weiterer Ansatz für Covid-19-Medikament?

Forscher finden neue Schwachstelle des Coronavirus

Forscher der Uni Gießen haben eine neue Schwachstelle des Coronavirus entdeckt (Symbolbild).
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28. Januar 2021 - 11:28 Uhr

Nach der Uni Tübingen jetzt auch die Uni Gießen

Forscher der Uni Gießen haben eine Schwachstelle des Coronavirus entdeckt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Marburg, Russland und den Niederlanden fanden sie einen Enzymbestandteil, den das Virus zur Vermehrung braucht. Könnte das ein möglicher Ansatz für ein Corona-Medikament sein?

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Enzym bieten Angriffsfläche

Bei dem Enzym, das für die Vervielfältigung der Erbsubstanz zuständig ist, handelt es sich um die sogenannte RNA-Polymerase, welche in allen Coronaviren vorkommt. Bei Coronaviren enthält dieses Enzym eine zusätzliche Protein-Domäne, die als NiRAN bezeichnet wird. Diese findet sich nur bei Viren der Nidovirales-Ordnung, zu der auch Sars-CoV-2 zählt.

Laut der im Fachmagazin "PNAS" erschienenen Studie der Forscher ist exakt dieser Bestandteil essentiell für das Kopieren der Virus-RNA. Er ermöglicht eine chemische Reaktion, bei der ein RNA-Baustein auf ein anderes virales Protein übertragen wird. Antivirale Medikamente könnten nun genau auf die NiRAN-Domäne abzielen, wie Virologe John Ziebuhr vom Forscherteam erklärt. Eine Vermehrung des Coronavirus könnte so verhindert werden.

Auch Uni Tübingen findet Schwachstelle des Coronavirus

Auch Forscher der Uni Tübingen haben Anfang Januar eine Schwachstelle des Coronavirus entdeckt, die für die Entwicklung eines Medikaments entscheidend sein könnte. Wann es mit einem passenden Wirkstoff soweit sein könnte, lesen Sie hier.