Daten aus Israel

Biontech-Impfung offenbar sehr effektiv

Israel impft seine Bürger mit Rekordgeschwindigkeit durch.
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16. Februar 2021 - 11:09 Uhr

Wie gut schützt die Biontech-Impfung gegen Corona?

Wie gut schützt eine Impfung Menschen vor Corona und sind Geimpfte im Falle einer Infektion auch weniger ansteckend? Letzteres untersuchte das Team um Idan Yelin vom Institute of Technology in Israel an Laborbefunden von insgesamt knapp 5800 Infizierten.

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Israel hat bisher die meisten Corona-Impfdosen verabreicht

Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte eine Impfdosis Tozinameran, also den Biontech/Pfizer-Impfstoff erhalten, die anderen waren ungeimpft. Bei jenen 1140 Menschen, deren Impfung bereits 12 bis 28 Tage zurücklag, war die per PCR-Untersuchung ermittelte Viruslast um den Faktor vier geringer als bei den Ungeimpften. Die Daten wurden vor Kurzem auf dem Preprint-Server medRxiv veröffentlicht, berichtet jetzt die Pharmazeutische Zeitung. Die Studie muss aber noch begutachtet werden.

Erst vor Kurzem hatten Daten des israelischen Gesundheitsministeriums gezeigt, dass dieser Impfstoff offenbar sehr wirksam ist: Demnach infizierten sich nur 317 von 715.425 Personen, die beide Impfdosen erhalten hatten. Das entspricht 0,04 Prozent. 16 mussten im Krankenhaus behandelt werden.

"Anlass zur Hoffnung"

Für Professor Dr. Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing gibt das Resultat "Anlass zur Hoffnung". "Der Impfstoff BNT162b2 führt nicht nur zu einem Individualschutz des Geimpften hinsichtlich einer Covid-19-Erkrankung, sondern es ist davon auszugehen, dass bei einer ausreichenden Durchimpfung der Bevölkerung auch ein gewisser Bevölkerungsschutz im Sinne einer Vakzin-basierten Herdenimmunität realistisch entstehen kann." zitiert ihn die pharmazeutische Zeitung weiter. Unklar sei etwa, ob die bei den Geimpften nachgewiesenen Viren überhaupt infektiös waren und wie viel Rückschlüsse die geringere Viruslast der Geimpften tatsächlich auf deren Infektiosität zuließen.

Dies ist auch für Dr. Marco Binder vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg der Punkt, um den epidemiologischen Nutzung einer Massenimpfung abschätzen zu können: Die möglicherweise geringere Ansteckungsfähigkeit sei zwar "grundsätzlich ein erfreulicher Befund", fraglich bleibe aber etwa, inwiefern sich "eine vierfache Verringerung tatsächlich auf die Infektiosität der betroffenen Personen auswirkt". Zudem gelte es zu klären, wie sich die zweite Impfdosis auf die Viruslast von Infizierten auswirke. "Die Beantwortung dieser Fragen wird Zeit benötigen, aber sie wird unabdingbar sein, um die Auswirkung von Impfkampagnen auf die epidemiologische Lage zuverlässig einschätzen und vorhersagen zu können."