Manfred Güllner im RTL/n-tv Frühstart

Forsa-Chef: Das war Annegret Kramp-Karrenbauers größter Fehler

22. November 2019 - 8:43 Uhr

"AKKs Kurs verprellt Wähler aus der Mitte"

Die anhaltend niedrigen Umfragewerte der CDU schreibt Forsa-Chef Manfred Güllner dem fehlgeleiteten Kurs von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer zu. "Ihr Hauptfehler war, dass sie versucht hat, die Anhänger von Friedrich Merz einzubinden, indem sie die Partei nach rechts geschoben hat", sagte Güllner der RTL/n-tv Redaktion. "Das hat die Wähler aus der gesellschaftlichen und politischen Mitte verprellt."

Warum Friedrich Merz ungeeignet als CDU-Chef ist

Bei Umfragen liegen die Christdemokraten zurzeit bei rund 26 Prozent. Das sind 2,5 Millionen CDU-Wähler weniger als noch 2017. Viele in der Partei vermuten, dass sie die meisten Wähler an die AfD verlören, da durch den liberalen Kurs von Kanzlerin Angela Merkel ein Vakuum am rechten Rand entstanden sei, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstituts. "Das stimmt allerdings nicht. Fast 40 Prozent der ehemaligen CDU-Wähler gehen zu den Grünen." Die, die zur AfD wechselten, seien eine radikale Minderheit von weniger als zehn Prozent.

"Das bedeutet, dass sich die Abwanderer deutlich links von den CDU-Stammwählern verorten", betonte Güllner. Daher wäre Friedrich Merz, der zu den stärksten Konkurrenten von Kramp-Karrenbauer zählt, ungeeignet für die Parteiführung, auch wenn er bei der Kanzlerfrage vor Gesundheitsminister Jens Spahn und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet liege. "Das Problem von Merz ist, dass er der Liebling der AfD-Anhänger ist", sagte Güllner.

Nur 14 Prozent würden für AKK als Kanzlerin stimmen

Doch auch Kramp-Karrenbauer trauten nur sehr wenige Bürger zu, Kanzlerin zu sein. Laut Forsa-Umfrage würden nur noch 14 Prozent im Falle einer Kanzler-Direktwahl für sie stimmen. "Es ist sehr schwer aus so einem Loch wieder herauszukommen", sagte der Forsa-Chef. Als CDU-Vorsitzende alleine werde ihr das nicht gelingen. "Und hinter die Frage, ob es ihr als Verteidigungsministerin, in so einem schwierigen Amt, gelingt, muss man auch ein Fragezeichen setzen."