Eine ganz starke Frau

Sophia Flörsch kehrt an den Ort ihres Horror-Crashs zurück

14. November 2019 - 14:05 Uhr

Horror-Crash in Macau

Die Lisboa-Kurve auf der Rennstrecke im chinesischen Macau ist der Ort, an dem sich das Leben von Sophia Flörsch für immer veränderte. Vor einem Jahr schoss die Deutsche mit ihrem Formel-3-Wagen über die Seitenabsperrung und knallte mit voller Wucht in ein Fotografenhäuschen. Die Bilder haben ihren Schrecken bis heute nicht verloren. An diesem Wochenende kehrt Flörsch an den Ort des Horror-Crashs zurück. Sie wird am Macau-Grand-Prix teilnehmen. Völlig ohne Angst, wie sie sagt.

Sophia Flörsch - eine tapfere Frau

Von dem Crash sind "nur zwei Narben geblieben", berichtet die Rennfahrerin. "Ich werde den Unfall nie vergessen, aber für mich war er von Anfang an nicht so schlimm", sagt sie: "Komischerweise vergisst der Körper die Schmerzen." Die müssen riesig gewesen sein. Umgehend nach dem Unfall musste die heute 18-Jährige operiert werden, weil ihr Rückenmark zu 50 Prozent gequetscht war. Brustwirbel T3 und Halswirbel C7: gebrochen. Elf Stunden lang dauerte der Eingriff. Den zertrümmerten Halswirbel ersetzten die Ärzte mit einem Stück aus der Hüfte der Münchnerin. "Dort", sagt sie, "habe ich jetzt so eine Beule, ein Loch. Das ist relativ komisch."

Flörsch hat keine Angst

Ob auch ein bisschen Angst bei der Rückkehr nach Macau dabei ist? Nein. "Die Strecke ist der Hammer", sagt Flörsch. Wer etwas anderes behaupte, sei aus ihrer Sicht kein Rennfahrer. "Es ist eine riesige Chance, dort wieder fahren zu dürfen." Körperlich ist sie wieder voll auf der Höhe. In diesem Jahr lief sie einen Halbmarathon in München und einen Marathon in Berlin. Angesichts ihrer Vorgeschichte "hätte das wohl niemand geglaubt", sagt sie.