Formel 1: Welche Reifenstrategie geht beim Brasilien-GP auf?

Sebastian Vettel wirft einen kritischen Blick auf das 'schwarze Gold'
© dpa, Nelson Antoine, NA pat

11. November 2018 - 10:57 Uhr

Von Steffen Kosuch

In einem spannenden Qualifying zum Großen Preis von Brasilien hat sich Lewis Hamilton die Pole Position vor Sebastian Vettel gesichert. Wie wirkt sich das aufs Rennen aus?

Nur Ferrari startet auf Soft

Drohende Regenschauer haben den ersten und zweiten Abschnitt des Qualifyings in Sao Paulo geprägt. Die Teams versuchten, ihre Runden so früh wie möglich in im wahrsten Sinne des Wortes trockene Tücher zu bringen.

Ferrari pokerte dabei im Q2, brach einen ersten Run auf Supersoft ab und wechselte ohne eine gezeitete Runde auf den härteren Soft. Mercedes und Red Bull zogen ihren ersten Run auf Supersoft durch und wechselten dann auf Soft, schafften aber keine Zeitverbesserung mehr. Somit wird Ferrari als einziges Top-10-Team mit Soft ins Rennen gehen (ab 17.15 Uhr live bei RTL oder online im RTL-Live-Stream bei TVNOW.de und in der TV NOW App) , alle anderen werden auf dem etwas weniger stabilen Supersoft losfahren.

Supersoft bringt am Start drei Meter

Ob dies ein taktischer Nachteil ist, wird sich erst rausstellen. Am Start bietet der Supersoft zumindest etwas mehr Grip, was ca. drei Meter Vorteil bringen könnte. Der Soft sollte einen etwas längeren ersten Stint erlauben, jedoch ist mit beiden Reifentypen eine 1-Stopp-Strategie (zweiter Stint auf Medium) wohl machbar. Dies bedeutet, dass die auf Supersoft startenden Piloten im Rennen einen Undercut auf die Gegner machen werden. Kommen sie dabei nicht in den Verkehr, kann es sogar von Vorteil sein.

Der Einfluss eines potenziellen Safety Cars (real oder virtuell) hängt vom Zeitpunkt ab. Ein frühes SC hilft eher den Supersoft-Autos, während die auf Soft Startenden auf ein späteres hoffen.

Red Bull muss auf Reifenprobleme bei Silber und Rot hoffen

Im Rennen sollte es zu einem engen Kampf zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel um den Sieg kommen, wobei ihre Teamkollegen Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen durchaus Außenseiterchancen haben. Red Bull muss auf Reifenprobleme bei den Silbernen und Roten hoffen, wie sie am Freitag zu Tage traten. Dann könnte ihre Stunde schlagen. Allerdings wird für die Roten Bullen das Überholen wegen des ausgesprochen bescheidenen Topspeeds schwierig sein.

Haas und Sauber sind wohl die ersten Anwärter auf die verbleibenden Punkte. Für Nico Hülkenberg und sein Renault-Team wäre eine Platzierung in den Top Ten schon ein kleines Wunder.