Punktabzug in der Plagiats-Affäre

Umstrittenes Urteil gegen Racing Point

Formel 1 GP von Großbritannien
© dpa, Bryn Lennon, DRB pda

07. August 2020 - 13:12 Uhr

FIA-Urteil: Racing Point will in Revision gehen

In der Plagiats-Affäre um Racing Point hat der Automobil-Weltverband FIA ein umstrittenes Urteil gesprochen: Das Team von Lawrence Stroll wurde mit 400.000 Euro Geldstrafe und dem Abzug von 15 WM-Punkten in der Konstrukteurswertung belegt. Das gab die FIA kurz vor dem Start des Jubiläums-GPs in Silverstone in einem 14-seitigen Dokument bekannt. Die Bremsbelüftungen des Racing Point sind demnach von Mercedes kopiert und somit illegal.

Racing Point Urteil: Bremsbelüftungen am RP20 illegal

Renault hatte nach dem zweiten Saison-Grand-Prix in Spielberg sowie den folgenden Rennen in Budapest und Silverstone Protest gegen den RP20, das aktuelle Auto von Racing Point, eingelegt.

Der RP20 ist ein auffälliger Nachbau des Vorjahres-Autos von Mercedes. Da das Chassis anhand von detaillierter Foto-Aufnahmen erstellt worden ist, ist dies nicht strafbar. Die Franzosen warfen Racing Point jedoch vor, auch die vorderen und hinteren Bremsbelüftungen des RP20 nicht selbst entworfen und das Design von Mercedes kopiert haben.

Die Strafe bezieht sich aber nur auf den Großen Preis der Steiermark am 9. Juli, bezüglich der weiteren Proteste beließ es der Weltverband bei Verwarnungen – obwohl Racing Point nach FIA-Lesart ja auch in Budapest und Silverstone mit einem illegalen Auto antrat. 

FIA-Urteil noch nicht rechtskräftig

Racing Point hatte im Vorfeld angekündigt, gegen ein Urteil mit Strafe in Revision zu gehen.

Das ist auch möglich, da das Urteil nur die erste Instanz wiedergibt. Bei einer Revision entscheidet das von den FIA-Kommissaren unabhängige Internationale Berufungsgericht, ob es bei der Strafe bleibt.