Bahnt sich ein Mercedes-Hammer an?

Toto Wolff soll vor Rückzug als Teamchef stehen

FILE PHOTO: Formula One F1 - Russian Grand Prix
© REUTERS, Maxim Shemetov, /FW1F/Kenneth Ferris

01. Juni 2020 - 13:45 Uhr

Mercedes überdenkt offenbar komplette Teamausrichtung

Die Spekulationen um die Zukunft von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff reißen nicht ab. Der Vertrag des "Weltmeister-Machers" als Teamchef der Silberpfeile läuft Ende 2020 aus – und laut neusten Berichten wird er auch nicht verlängert. Wolff soll sich als Oberhaupt an der Strecke zurückziehen, könnte dem Team aber ähnlich wie einst Niki Lauda mit einer Position im Aufsichtsrat erhalten bleiben.

Toto Wolff könnte in Laudas Fußstapfen treten

Eiszeit in der Automobilbranche – die Corona-Krise trifft die Hersteller mit voller Wucht. Der Daimler-Konzern will daher offenbar die Ausrichtung des Mercedes-Werksteams in der Formel 1 überdenken. Neue Budgetobergrenze in der Königsklasse hin oder her, bei den Silbernen könnte sich ab 2021 einiges ändern, wie "Auto Bild Motorsport" und das Portal "F1-insider.com" übereinstimmend berichten.

Demnach wird Wolff nach 2020 nicht länger Mercedes-Teamchef bleiben. Er soll stattdessen ins Aufsichtsgremium wechseln. Darin könnte er eine ähnliche Rolle wie sein 2019 verstorbener Freund und Mercedes-Wegbegleiter Niki Lauda spielen. Lauda war neben Teamchef Wolff als Aufsichtsrats-Boss der Silberpfeile der Kopf des Werksteams.

Kauft Wolff gemeinsam mit Milliardär Stroll weitere Mercedes-Anteile?

Wolff deuetet diese Veränderung schon Mitte Mai im Gespräch mit dem ORF an: "Da geht es nicht nur darum, ob ich jetzt meinen Vertrag als Teamchef verlängere, sondern was wir mit dieser gemeinsamen Firma weiter machen." Wer sein Nachfolger in leitender Position an der Strecke wird, steht den Berichten zufolge noch nicht fest.

Wolff hält derzeit 30 Prozent der Anteile am Mercedes-Werksteam – und das soll sich wohl auch nicht ändern. Im Gegenteil: Der Österreicher könnte seinen Anteil aufstocken. Insider munkeln, dass Wolff zusammen mit Racing-Point-Retter Lawrence Stroll weitere Anteile kauft.

Von Mercedes gibt es bisher weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Einzig zu den Spekulationen um einen möglichen Rückzug aus der F1 teilte Daimler auf Anfrage von "motorsport-total.com" mit: "Spekulationen hinsichtlich eines möglichen Rückzugs aus der Formel 1 bleiben weiterhin unfundiert und unverantwortlich. Der Sport hat die richtigen Maßnahmen ergriffen, um die Folgen der COVID-19-Pandemie und die zukünftige finanzielle Nachhaltigkeit anzugehen."