Antwort auf Protest-Briefe

Formel 1: Todt schießt gegen 'Aufmüpfige 7' zurück

2019 Australian GP MELBOURNE GRAND PRIX CIRCUIT AUSTRALIA MARCH 15 Jean Todt President FIA i
2019 Australian GP MELBOURNE GRAND PRIX CIRCUIT AUSTRALIA MARCH 15 Jean Todt President FIA i
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16. März 2020 - 10:50 Uhr

FIA-Boss wehrt sich gegen Vorwürfe

Die 'Aufmüpfigen 7' wollen von der FIA endlich wissen, ob Ferrari 2019 in Sachen Motor denn nun geschummelt hat oder nicht. Und: Mercedes, Red Bull und Co. wollen wissen, ob FIA-Boss Jean Todt die Untersuchungen zum Motor-Schummel selbst geführt hat – womit die Formel-1-Teams die Neutralität des Franzosen infrage stellen. Todt ist entrüstet und sieht einen Affront gegen sich und den Motorsport-Weltverband.

Todt: "Verletzend und rufschädigend"

Die 'Daily Mail' zitiert aus einem Antwortschreiben Todts an die sieben Rennställe (Mercedes, Red Bull, McLaren. Renault, AlphaTauri, Racing Point, Williams). Der 74-Jährige wirft den Teams vor, "völlig inakkurate und voreingenommene Darstellungen" gezeichnet zu haben.

Die Teams hätten den Geheim-Deal zwischen FIA und Ferrari als "betrügerische Absprache" diskreditiert und so die "Integrität der FIA und ihrer Vertreter infrage gestellt".

Todt weiter: "Die FIA weist Ihre Anschuldigungen (die der sieben Teams, d. Red.) aufs Schärfste zurück. Die Teams haben auf gedankenlose Art und Weise ernsthafte Vorwürfe gegen die FIA und ihre Funktionäre, besonders den Präsidenten, geäußert." Das sei "verletzend und rufschädigend".

Die Protestnoten der 'Aufmüpfigen 7' gingen "weit über die legitime Forderung nach einer Klarstellung hinaus", so Todt.

FIA konnte "Verdacht" gegen Ferrari nicht beweisen

Die FIA hatte das Anliegen der Protestler zunächst mit einem Verweis auf die Gerichts- und Disziplinarordnung abgeschmettert. Zugleich teilten die Regelhüter mit, ihre Untersuchungen hätten zu einem "Verdacht" geführt, dass Ferrari 2019 die Regeln verletzt habe. Dieser ließe sich aber "materiell" nicht beweisen.

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Teams zweifeln an Todts Neutralität

Ein Statement, das die sieben Teams logischerweise nicht im Geringsten zufriedenstellte. Stattdessen wollten die Teams unter anderem wissen, ob Todt selbst für die Untersuchungen zuständig gewesen sei. Eine klare Attacke gegen den Franzosen. Der implizite Vorwurf: Todt – früher jahrelang Ferrari-Teamchef – könnte die Scuderia trotz eines möglicherweise eklatanten Regelbruchs verschont haben.

In weiten Teilen der F1-Szene herrscht die Ansicht, dass Ferrari in der Vorsaison die Regeln gebrochen hat. "Aus den Statements der FIA kann man eigentlich nur eine Schlussfolgerung ziehen: Ferrari hat 2019 betrogen, dass sich die Balken gebogen haben", sagte etwa RTL-Experte Christian Danner.