Formel-1-Testfahrten in Barcelona

Mittagspausen-News: Mercedes und Red Bull top – Ferrari nur Mittelmaß

2020 Barcelona February testing I CIRCUIT DE BARCELONA-CATALUNYA, SPAIN - FEBRUARY 19: Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11
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21. Februar 2020 - 15:43 Uhr

Racing Point überraschend schnell

Neue Saison - altes Bild: Zum Auftakt der ersten Formel-1-Testfahrten dieses Jahres war Weltmeister Mercedes am Vormittag das Maß der Dinge. In 1:17,313 Minuten war Valtteri Bottas mit seinem Mercedes W11 der Schnellste auf dem Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas. Eine starke Premiere gelang auch dem Racing Point RP20: Sergio Perez fehlten mit dem neuen Renner nur 0,062 Sekunden auf Bottas.

Leclerc mit dem Ferrari SF1000 nur Mittelmaß

BARCELONA, SPAIN - FEBRUARY 19: Charles Leclerc of Monaco driving the (16) Scuderia Ferrari SF1000 on track during day one of Formula 1 Winter Testing at Circuit de Barcelona-Catalunya on February 19, 2020 in Barcelona, Spain. (Photo by Rudy Carezzev
Charles Leclerc bei seinen ersten Kilometern im neuen Ferrari SF1000
© Getty Images, Bongarts, AJB

Max Verstappen hatte im Red Bull als Dritter zwar schon 0,474 Sekunden Rückstand auf die Vormittagsbestzeit, doch mit 90 Runden auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs war der Niederländer mit Abstand er fleißigste Pilot. Zum Vergleich: Bottas spulte im Silberpfeil 79 Runden, Sergio Perez im Racing Point nur 58 Umläufe ab.

Ferrari war in beiden Wertungen nur Mittelmaß. Charles Leclerc, der kurzfristig seinen eigentlich eingeplanten, aber angeschlagenen Teamkollegen Sebastian Vettel ersetzte, fehlte im neuen SF1000 fast eine Sekunde auf Bottas.

Als Siebter war er sogar knapp ein Zehntel langsamer als George Russell im Williams FW43. Mit 64 gefahrenen Runden teilte sich Leclerc vorerst Platz 4 dieser Wertung mit McLaren-Mann Carlos Sainz. Im Zeitentableau lag der Spanier ebenfalls als Vierter allerdings knapp 3 Zehntel vor Leclerc.

Alle neuen Boliden standfest und schnell

Insgesamt präsentierten sich alle Autos gleich am ersten Testtag überraschend schnell und sehr standfest. Außer Daniil Kvyat der mit seinem AlphaTauri AT01 kurz in der Boxengasse stehen blieb und zurück in die Garage geschoben werden musste, hatte kein Team technische Probleme. Auch Kvyat konnte die Tests nach kurzer Unterbrechung fortsetzen. Er schaffte allerdings nur 54 Runden und war mit 1,171 Sekunden Rückstand auch der Letzte im 10 Fahrer umfassenden Zeitenklassement.

Doch mit 1:18,484 war selbst Kvyat nur rund 3 Zehntel langsamer als die Tagesbestzeit des Vorjahres, Bottas unterbot dieses um starke 8 Zehntel.

Verfolgen Sie Testag 1 in Barcelona im Live-Ticker.

Keine Überraschung bei Präsentation des Alfa Romeo C39

Team Alfa Romeo Sauber presented the new 2020 C39 car 07 Kimi Raikkonen, 99 Antonio Giovinazzi Alfa Romeo Racing. Formula 1 World Championship, WM, Weltmeisterschaft 2020, Winter testing days 1 2020 Barcelona, 19-21 February 2020. PUBLICATIONxINxGERx
Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi enthüllen den neuen Alfa Romeo C39
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Vor dem Beginn der ersten Testsession um 9.00 Uhr präsentierte Alfa Romeo als letztes Teams noch schnell offiziell seinen Boliden für 2020. Das Ganze verlief recht unspektakulär: Der C39 wurde vor die Team-Box gerollt und für ein Fotoshooting enthüllt. Eine sichtbare Überraschung gab es nicht: Auch in diesem Jahr startet Alfa Romeo klassisch in rot und weiß.

Alfa-Technikchef Jan Monchaux bezeichnete den C39 als eine Weiterentwicklung des Vorjahresautos, auch wenn er mit diesem nicht mehr viel gemein habe. "Wir haben das Vorjahresauto verbessert, aber abgesehen von den Felgen, Reifen und vielleicht ein paar inneren Teilen gibt es kaum noch Teile, die gleich geblieben sind", sagte Monchaux.

Williams gewinnt erstes Rennen des Jahres

Als kurz nach der Alfa-Präsentation die Ampel am Ende der Boxengasse auf grün schaltete, war Williams-Pilot Russell der erste, der aus der Boxengasse heraus auf die Strecke beschleunigte. Es dürfte wohl der einzige "Williams-Sieg" in dieser Saison bleiben. 

In der Mittagspause zog Russell ein positives Fazit: Das neue Auto sei im Vergleich zum Vorjahr definitiv eine Verbesserung, sagte der Brite. Auch wenn die ersten Zeiten noch wenig aussagekräftig seien, könne er sagen: "Es ist definitiv schneller als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr - denn da bestand unser Auto noch aus Einzelteilen", stellte Russell schmunzelnd fest.

Fünf Teams wechseln die Piloten

Für den Nachmittag musste Russell den FW43 seinem Teamkollegen Nicholas Latifi überlassen. Bei vier weiteren Teams gab es einen Fahrerwechsel: Weltmeister Lewis Hamilton übernahm den Silberpfeil von Bottas, Lance Stroll den Racing Point von Perez. Daniel Ricciardo ersetzte Renault-Neuling Esteban Ocon im neuen R.S.20 und bei Alfa Romeo musste Testpilot Robert Kubica für Stammpilot Antonio Giovinazzi Platz machen.