Mittelfeldteams mucken auf

Ricciardo knallt Ferrari und Mercedes die Bestzeit vor den Latz

F1 Winter Testing in Barcelona - Day Two
© Getty Images, Bongarts, WTM

28. Februar 2020 - 16:54 Uhr

6. Tag der Testfahrten in Barcelona

Die Formel-1-Testfahrten in Barcelona sind bei traumhaftem Frühlingswetter auf die Zielgerade eingebogen. Nach viel Wind und auch Regen an den beiden Vortagen fanden die Piloten am insgesamt sechsten und damit letzten Testtag auf dem Circuit de Catalunya nahezu ideale äußere Bedingungen vor. Das nutzten vor allem die aufstrebenden Mittelfeldteams, um ihren Hut in den Ring zu werfen. Bestzeit am Freitagvormittag fuhr überraschend Daniel Ricciardo im Renault.

Bottas hält noch absolute Bestzeit

​​Das wird gut, das wird spannend, das wird eng! Die Fans können sich auf einen heißen Kampf beim Saisonauftakt in Australien freuen - sofern die Coronavirus-Epidemie dem Rennen in Melbourne keinen Strich durch die Rechnung macht. Hinter Mercedes, das durch Valtteri Bottas (1:15,732 Minuten) immer noch die absolute Bestzeit der Testzeiten hält, scheinen gleich mehrere Teams die Top 3 angreifen zu können, allen voran Renault, Racing Point und McLaren.

​Besonders bei den Franzosen sah man freudestrahlende Gesichter in der Box. In 1:16,276 Minuten knallte Ricciardo auf den weichen C5-Reifen der Konkurrenz die Bestzeit vor den Latz. Der Australier war eine Winzigkeit schneller als Charles Leclerc (+ 0,084 Sekunden), der heute anstelle von Sebastian Vettel im Ferrari-Cockpit sitzt, und Weltmeister Lewis Hamilton  (+0,134).

Beim Blick auf die Top-Speed-Werte wird allerdings klar, dass die Roten und Silbernen noch längst nicht alles aus ihren Motoren rausgelassen haben. Von den zehn Piloten am Vormittag waren Leclerc und Hamilton auf der Geraden mit Abstand die langsamsten.

Bei Mercedes wollte man nach dem Problem mit dem Öldruck gestern und dem Austausch des V6-Turbos offenbar kein Risiko eingehen. Zumindest schnurrte das neue Aggregat wie ein Kätzchen, Hamilton spulte satte 90 Runden ab. Ferrari scheint dagegen weiter zu pokern, um ja nicht wie in der Vorsaison einen zu starken Eindruck in den Testfahrten zu hinterlassen.

Hinter den ersten Drei schoben sich Sergio Perez (Racing Point/+ 0,382) und Carlos Sainz (McLaren/ + 0,544) in die Reichweite der Top-Zeiten.

Video: Vorzeichen stehen "nicht perfekt" für Vettel

Beim dritten vermeintlichen Top-Team saß Alex Albon hinterm Steuer. Der 23-Jährige hinterließ aber nicht den besten Eindruck. Albon drehte sich im Red Bull - wie auch Kimi Räikkönen im Alfa - von der Strecke und belegte im Zeitentabelau des Vormittags nur den letzten Platz.