"Sofort mehr Ticketanfragen"

Formel-1-Boss Domenicali verteidigt Sprintrennen

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12. April 2021 - 23:38 Uhr

Formel 1: Domenicali spricht über Sprintrennen und den Rekord-Kalender

In der Saison 2021 will die Formel 1 mit mehreren Sprintrennen am Samstag experimentieren. F1-Boss Stefano Domenicali sprach nun in einem Interview über die Beweggründe und Folgen der Samstags-Revolution und über die aktuellen Rennkalender-Aussichten der Königsklasse.

Domenicali sieht in Sprintrennen mehr Action-Potenzial

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Stefano Domenicali ist seit dieser Saison neur F1-Boss
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Dass die geplante Einführung der Sprintrennen monetäre Beweggründe hat, verhehlt der Italiener nicht. "Als wir mit der Meldung an die Öffentlichkeit gegangen sind, dass wir so eine Sprint-Qualifikation ausprobieren wollen, haben die Veranstalter, die für den Test in Frage kommt, sofort viel mehr Ticketanfragen", sagte Domenicali bei "auto motor und sport".

Voraussichtlich in Silverstone (17. Juli) steigt das Quali-Rennen über 100 Kilometer erstmals in der Königsklasse. Weitere Stationen: Monza (11.9.) und Interlagos (6.11.). Bis Imola will der neue F1-Boss Fakten schaffen, hieß es zuletzt.

Unklar ist unter anderem noch, wie viele Punkte für die Sprintrennen vergeben werden. Klar ist, dass das Ergebnis des Sprintrennens gleichbedeutend mit der Startaufstellung für das Hauptrennen am Sonntag ist. Die Qualifikation für das Sprintrennen würde wiederum bereits am Freitag stattfinden.

Besseren Freitag und besseren Samstag verkaufen

Das Format bringe viele Vorteile, erklärte Domenicali. Da es weniger Zeit für freie Trainingssitzungen gebe, entstünde umso mehr mehr "Action auf der Strecke".

"Mit einem freien Training und der Qualifikation kann der Veranstalter den Fans einen besseren Freitag verkaufen. Mit dem zweiten freien Training als Rennvorbereitung und dem Sprint-Qualifying am Nachmittag einen besseren Samstag."

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, lautet das Motto des 55-Jährigen. "Wenn wir es nicht probieren, werden wir nie erfahren, ob es eine Bereicherung ist oder nicht." Die Sprintrennen sollen aber an ausgewählten GP-Wochenenden steigen, betonte Domenicali. Die genaue Anzahl künftiger Sprintrennen sei noch unklar. "Lasst uns erst mal schauen, ob es funktioniert."

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"Mehr als 23 Rennen sind sehr unwahrscheinlich"

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In diesem Jahr hat die Formel 1 einen Rekordkalender mit 23 Rennen vor der Brust. Dass es zukünftig noch mehr werden, erwartet Domenicali nicht.

"Ich glaube, mehr als 23 Rennen sind sehr unwahrscheinlich, auch wenn es praktisch möglich wäre", sagte er. Wenn der WM-Kampf spannend sei, würde man die Zuschauer auch mit etwa 24 Rennen bei der Stange halten. Allerdings. "Ist sie früh entschieden, wird es zäh."

"Wir werden uns in Zukunft gut überlegen müssen, welche Länder für unsere Strategie wichtig sind, was die geeigneten Strecken in den einzelnen Ländern sind und wie viel Antrittsgeld wir den Veranstaltern abverlangen können", sagte Domenicali und betonte: "Wenn wir alles richtig hinkriegen, werden eines Tages auch wieder weniger Rennen möglich sein."

Die aktuelle Corona-Problematik beschäftigte die F1 täglich. "Jetzt herrschen in jedem Land eigene Regeln und Bedingungen. Deshalb müssen wir von Tag zu Tag entscheiden und flexibel bleiben, falls sich im letzten Moment etwas ändert." Die Rennserie stehe mit den Veranstalter täglich in Kontakt, um die Lage zu sondieren – gerade auch was was die Zuschauer-Thematik angeht.

"Die ersten Rennen sind alle bestätigt. Die Frage ist, ob und wie viele Zuschauer sie reinlassen dürfen. Im Moment fahren wir nur bei zwei Rennen definitiv vor leeren Rängen. Imola und Baku. Bei allen anderen geht es nach derzeitigem Stand darum, wie viele Leute zugelassen werden dürfen, und welche Kontrollen dafür notwendig sind."