Bottas im ersten Spanien-Training vorne

Vettel ist im neuen Chassis an Leclerc dran

Sebastian Vettel
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14. August 2020 - 13:15 Uhr

1. Freies Training in Barcelona: Sebastian Vettel verbessert sich

Viva el Triple Header! Zum Auftakt des Spanien-GP (Sonntag live ab 14 Uhr bei RTL und bei TVNOW) waren alle Augen auf Sebastian Vettel und sein neues Chassis gerichtet. Der Ferrari-Pilot war prompt (fast) so schnell wie sein Teamkollege Charles Leclerc. Trainings-"Weltmeister" Lewis Hamilton und Valtteri Bottas ließen trotz hoher Temperaturen in der ersten Session nichts anbrennen.

Spanien-GP: Heiße Bedingungen in Barcelona

Der Formel-1-Zirkus ist von der Insel nach Spanien umgezogen – ausgerechnet in den Corona-Hotspot Barcelona. Der Kurs vor den Toren der Katalonien-Metropole wartete mit ähnlich heißen Bedingungen wie in Silverstone auf. Bei Temperaturen von knapp 30 Grad in der Luft und 45 Grad auf der Strecke waren Autos und Reifen wieder in höchstem Maße gefordert. Im Gegensatz zu Silverstone werden in Barcelona die härtesten Reifen eingesetzt, die Mischungen C1, C2 und C3.

Neues Auto, neues Glück? Vettel stapelte tief

Im Vordergrund stand an diesem Freitag aber die Frage: Was geht für Sebastian Vettel im neuen Chassis? Vor dem Start des 1. Freien Trainings hatte er selbst allerdings überzogene Erwartungen auf eine Besserung seiner Performance einkassiert. Vettel antwortete auf die Frage, welche Veränderungen er vom neuen Chassis erwarte, lapidar: "Gar keine." Warum er das Potenzial des Autos nicht abrufen könne, beantwortete der 33-Jährige ebenso knapp: "Ich weiß es nicht."

Die Zeiten in der Übersicht

1. Freies Training für Spanien GP: Platz 5 für Vettel

An diesem Vormittag machte der viermalige Weltmeister keine Gefangenen und raste als Erster auf harten Reifen in fliegenden Runden um den Circuit de Barcelona-Catalunya und setzte gleich die ersten Bestzeiten.

Der Rest ließ es ruhiger angehen, Teamkollege Charles Leclerc sammelte zunächst auf aerodynamischen Testrunden Daten für die Scuderia. Auf den schnellen Runden zeigte sich dann, dass sich der Chassis-Tausch offenbar gelohnt hat. Bis auf wenige Hundertstel war Vettel auf einmal wieder am Monegassen dran. Platz 4 für Leclerc und 5 für Vettel! Was den Ferrari-Fans Hoffnung macht: Der Rückstand auf Red Bull scheint sich etwas verringert zu haben.

Bottas und Hamilton weiter in eigener Liga

Schnell krallten sich dann Verstappen und das Mercedes-Duo die Vettel-Zeit. Auf Soft fuhren Bottas und Hamilton die Konkurrenz in Grund und Boden. Da war eine Zusammenprall zwischen Bottas und einem Vogel fast die größte Herausforderung. 1:16,785 hämmerte Bottas in den Asphalt. Knapp eine Sekunde trennten die Schwarzpfeile vom Silverstone-Sieger Max Verstappen.

Der Holländer beendete das Training am Tag, als vor 26 Jahren sein Vater das erste Mal auf das Podium raste, auf Rang drei.

Teamkollege Alex Albon meckerte fast schon standardgemäß via Funk über Untersteuern in den Kurven und blieb weiter hinter seinem Teamkollegen zurück. Später riefen ihn die Ingenieure in die Box  – offenbar hakte es an der Antriebseinheit. Vor Sessionende ging es für den Thai-Briten nochmal raus – Rang 8.

Haas-Pilot Grosjean auf Position 6

Größte Überraschung neben der Vettel-Zeit war der gute Haas-Auftritt. Romain Grosjean mogelte sich überraschenderweise auf Position 6, Magnussen belegte Platz 9.

Nach über zweiwöchiger Pause und überstandener Corona-Infektion war Sergio Perez ins Fahrerlager zurückgekehrt – Ersatzmann Nico Hülkenberg musste das Racing-Point-Cockpit wieder räumen. Der Mexikaner zeigte direkt, dass er nichts verlernt hat in seiner Abwesenheit und reihte sich im pinken Renner vor seinem Teamkollegen Lance Stroll und auf Rang sieben ein. "Ich habe die F1 echt sehr vermisst. Zum Glück hatte ich nur sehr milde Symptome. Ich bin sehr froh, dass ich gesund wieder da bin", sagte er am Morgen und verteilte noch ein Lob an Hülkenberg. "Nico war der richtige Mann für den Job, er hat das sehr gut gemacht."

Bei Williams war unterdessen Roy Nissany für George Russell als Freitagsfahrer im Einsatz. Der F2-Pilot landete erwartungsgemäß auf dem letzten Rang hinter Nicholas Latifi und Daniel Ricciardo, war aber bis auf drei Zehntel am Feld dran. Nissany leistete sich als einziger Fahrer einen Dreher im ersten Training.

Die Sportbude zum Spanien-GP hier im Re-Live sehen.