Spanien-GP | 2. Freies Training

"Schwarzpfeile" in spanischer Hitze nicht zu stoppen - nächster Nackenschlag für Vettel

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14. August 2020 - 17:51 Uhr

Großer Preis von Spanien in Barcelona

Teil drei des heißesten Augusts der Formel-1-Geschichte: Beim Auftakt zum Großen Preis von Spanien - dem dritten Rennen innerhalb von nur drei Wochen – hat Mercedes seine Vormachtstellung in der Königsklasse des Motorsports zementiert. Fünf Tage, nachdem sich die Silbernen beim Hamilton-Heimspiel in Silverstone von Red Bull düpieren ließen, fuhren sie in den Trainingssessions am Freitag wieder in ihrer eigenen Liga. Die Tagesbestzeit sicherte sich Valtteri Bottas bereits am Vormittag. Im 2. Freien Training hatte dann Lewis Hamilton die Nase vorn. Sebastian Vettel kämpfte nach einem Hoffnungsschimmer am Vormittag wieder mit Problemen an seinem SF1000.

Bei strahlendem Sonnenschein, gut 31 Grad Luft- und fast 50 Grad Asphalttemperatur hielten die Piloten zu Beginn der Session erst einmal Siesta. Erst mit ein paar Minuten Verspätung kam Schwung in den Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas.

Anfänglicher Auftrag im Lastenheft: Kilometer auf den Hard- und Medium-Pneus zu schrubben. "Das Griplevel ist ziemlich hoch auf den harten Reifen", funkte Bottas an den Kommandostand. Dennoch fehlten dem Finnen in dem Set-up gut sechs Zehntel auf Hamilton, zu dem Zeitpunkt mit den Medium-Reifen unterwegs.

Nach gut einer halben Stunde wechselten die Piloten auf die weiche und damit schnellste Reifenmischung. Bottas legte eine 1:17,170 Minuten vor, Hamilton eine 1:16,883 nach. Damit war der Brite zwar deutlich schneller als die Bestzeit aus dem 2. Freien Training des Vorjahres (1:17,284), allerdings etwas langsamer als sein finnischer Wingman am Vormittag (1:16,785). Der Grund liegt auf der Hand: In der katalanischen Nachmittagssonne heizte der Asphalt zu stark auf, das Gripniveau ließ nach.

Hinter den "Schwarzpfeilen" klaffte einmal mehr eine riesige Lücke. Silverstone-Triumphator Max Verstappen fehlten 0,821 Sekunden auf die Hamilton-Zeit. Im ersten Power-Sektor war er mit dem Red Bull zwar Schnellster, verlor aber in den kurvigeren Sektoren viel Zeit. Das lässt nicht gerade für das Qualifying hoffen, wenn Mercedes sicherlich mehr Motorleistung freigeben wird. Immerhin blieb er bei den Longruns auf Tuchfühlung mit dem Branchenprimus.

Neben den Top drei wird im Qualifying mit Daniel Ricciardo (+0,985) zu rechnen sein, der Renault-Mann beendete das Nachmittagstraining in Schlagweite zu Verstappen. Schon beim Qualifying zum Jubiläums-GP war der Australier als Fünfter in die Spitzengruppe vorgefahren. Auch Romain Grosjean eine überraschend starke Leistung (5./+1,250). Der Haas-Pilot beeindruckte zudem mit konstanten Longrun-Zeiten.

Dagegen machte sich bei Ferrari schon wieder Ernüchterung breit. Zeigte das Auftakttraining mit den Plätzen 4 (Leclerc) und 5 (Vettel) noch in die richtige Richtung, kam Leclerc am Nachmittag nicht über den 6. Rang (+1,264) hinaus. Vettel landete trotz neuem Chassis abgeschlagen und weit hinter seinem Teamkollegen auf Platz 12 (+1,521). Zu allem Überfluss: Auch im Renntrimm sahen die Roten kein Land.

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