Ferrari bastelt sich um den Verstand

Formel 1: Silber-Machtwort im Flutlicht-Paradies

20. September 2019 - 19:15 Uhr

Hamilton und Verstappen um Lichtjahre voraus

Mercedes und Red Bull werden ihrer Favoritenrolle beim Großen Preis von Singapur weiter gerecht. Im zweiten Freien Training zeigte Lewis Hamilton der Konkurrenz, wo der Hammer hängt und stanzte mit 1:38,773 Minuten die Bestzeit in den urbanen Asphalt des mit 23 Kurven schnörkelreichsten Parcours in der Formel 1. Knapp dahinter folgte Auftaktsieger Max Verstappen (+0,184 Sekunden) auf Platz zwei. Ferrari hinkte fast eine Sekunde hinterher. 

Ferrari: Neue Teile - alte Probleme

Mehr als Platz drei war nicht drin für die Roten, die auch heute mal wieder etliche neue Teile testeten: Optimierte Unterböden, Front- und Heckflügel hat Ferrari nach Singapur mitgebracht - und alte Probleme: Die Neuerungen greifen nämlich schon die ganze Saison über nicht.

Vettel wieder schneller als Leclerc

Immerhin: Mit dem dritten Platz auf frischen Soft-Reifen zeigte Sebastian Vettel (+0,818), dass er nach seinem Monza-Debakel wieder Aufwind hat. Wie schon in der ersten Session lag der wie Hamilton viermalige Singapur-Sieger vor Teamkollege Charles Leclerc. Der Spa- und Monza-Triumphator wurde nur Sechster.

Der Monegasse hatte ein neues Getriebe bekommen, nachdem ihm dieses im ersten Training abgeschmiert war. Eine Strafe fürs Rennen zieht das aber nicht nach sich, da Leclerc im ersten Training wie üblich nicht mit dem Renngetriebe unterwegs war.

Im Video: Verstappen droht Hamilton: "Es wird ganz eng"

Auch Bottas fährt hinterher

Vierter im Bunde war Valtteri Bottas. Der Finne, der im ersten Training mit 130 km/h in die Streckenbegrenzung gerauscht war (siehe Video) und auf dem Marina Bay Street Circuit noch nie besonders gute Karten hatte, wies bereits mehr als eine Sekunde Rückstand auf den WM-Führenden Hamilton auf.

Leise rote Hoffnung: Während Mercedes auch bei den Longruns das Maß aller Dinge war, präsentierte sich Ferrari hier konstanter und kraftvoller als Red Bull. Auf den Mediums war Leclerc kurz vor Schluss gar beinahe so schnell wie Hamilton.

Hülkenberg stark - Grosjean dreht sich

Nico Hülkenberg, dessen Zukunft in der Formel 1 nach dem geplatzten Deal mit Haas und den Quasi-Absagen von Red Bull und Alfa Romeo so offen ist wie ein herkömmliches DRS-Fenster, parkte seinen Renault mit anderthalb Sekunden Rückstand auf Platz 8 und darf sich mit McLaren und Toro Rosso darüber streiten, wer sich den Titel 'Best-of-the-rest' auf den Briefkopf kleben darf.

Romain Grosjean, zuletzt lautstark angezählt und plötzlich wieder Hoffnungsträger bei Haas, bedankte sich für das Vertrauen mit einem derben Dreher - und schloss die Session auf Rang 17 ab.

Die Ergebnisse des 2. Freien Trainings im Überblick

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