Formel-1-Show in London: Pfiffe gegen den fehlenden Lewis Hamilton

14. Juli 2017 - 15:41 Uhr

19 Fahrer haben an der großen Formel-1-Party in London teilgenommen - nur der Lokalmatador fehlte.

Pfiffe gegen Hamilton

Stell' dir vor, in London läuft die "größte Show in der Formel-1-Geschichte" und ausgerechnet Lokalmatador Lewis Hamilton schwänzt die Veranstaltung: Als einziger der 20 Formel-1-Piloten blieb der dreimalige Weltmeister der Veranstaltung auf dem berühmten Trafalger Square fern. 

"Lewis meinte, dass er in so einem harten Titelkampf um die WM ist, dass er einen freien Tag brauchte nach Österreich", versuchte Mercedes-Teamchef Toto Wolff auf der Bühne den 32 Jahre alten WM-Zweiten zu entschuldigen. Die Besucher quittierten Hamiltons Fehlen aber teilweise mit Pfiffen.  

Zumal Hamilton am Dienstag noch ein Kurz-Video bei Twitter gepostet hatte, das ihn bei einer größeren Party zeigte. Die Überschrift: "Das ist Urlaub."

Vettel umjubelt

Dabei war ein sichtlich gut gelaunter Sebastian Vettel, der seinen Spaß hatte. "Es war sehr besonders, sie haben die ganze Innenstadt für uns abgesperrt", sagte der WM-Führende, der vor dem Großen Preis von Silverstone am Sonntag (14.00 Uhr live bei RTL) ein paar Runden drehte: "Es hat großen Spaß gemacht, so nahe bei den Leuten zu sein."

Überraschenderweise wurde der Ferrari-Pilot von den überwiegend englischen Fans lautstark gefeiert. Der Ferrari-Pilot sagte im Interview, dass er sich auf das Rennen in Silverstone freue und lobte insbesondere die Fairness der Fans im 'Home of British Motor Racing' - was ihm neuerliche Beifallsstürme einbrachte.

Rosbergs WM-Pokal verschwunden

Als Überraschungsgast war Nico Rosberg in die englische Hauptstadt gekommen. Der amtierende Weltmeister hatte seinen WM-Pokal mitgebracht, den er nie aus den Augen ließ, denn vor gut einer Woch war die Trophäe kurzzeitig verschwunden. "Ich hatte ihn mit nach Goodwood (zum Festival of Speed, Anm. d. Red.) genommen. Da war zwar jede Menge Security, aber trotzdem war er fünf Tage verschwunden", gestand Rosberg.

Seinen Rücktritt bedauert der 32-Jährige immer noch nicht. Und über Langeweile kann er auch nicht klagen. Am Freitag geht's zum Wimbledon-Turnier, danach reist Rosberg zum Rennen in Silverstone, bevor er sich aufmacht, um im Silicon Valley neue Ideen für seine berufliche Zukunft aufzuschnappen.

F1-Chef: Auch künftig ein Großbritannien-GP

Apropos Zukunft: Formel-1-Chef Chase Carey geht offensichtlich nicht von einer Zukunft ohne ein Rennen in Großbritannien aus. "Wir sind sehr stolz auf das britische Erbe", betonte der amerikanische Geschäftsführer der Motorsport-Königsklasse in London. Carey betonte, dass geplant sei, ein Rennen in Großbritannien zu haben, solange die Formel 1 von seinem Unternehmen geführt werde.

Die Streckenbetreiber in Silverstone, wo 1950 das erste Formel-1-Rennen überhaupt stattgefunden hatte, hatten am Dienstag von einer Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht. Eigentlich galt der Vertrag, den sie noch mit dem Formula One Management unter der Führung von Carey-Vorgänger Bernie Ecclestone abgeschlossen hatten, noch bis 2026.

Ziel sei es, mit den neuen Eigentümern der Formel 1 bessere Bedingungen für die Ausrichtung des britischen Grand Prix auszuhandeln, hatte der British Racing Drivers Club mitgeteilt. Sie bezahlen in diesem Jahr 18 Millionen Euro an Startgebühren an die Formel-1-Besitzer. Bis 2026 wäre der Betrag auf mehr als 28 Millionen Euro gestiegen. Mit der neuen Formel-1-Führung dürften sich nun auch die künftigen Bezahlmodelle verändern.