Rosberg und Marko im Expertenstreit

Vettel-Probleme: Kopfsache oder Technik-Bock?

13. August 2020 - 16:38 Uhr

Sebastian Vettel hofft mit neuem Chassis auf Durchbruch

Neues Chassis, neues Glück? Nachdem sich Ferrari-Pilot Sebastian Vettel in der Formel 1 bislang von Gurkenrennen zu Gurkenrennen schleppte, bringt die Scuderia für den Großen Preis von Spanien (live ab 14 Uhr bei RTL und online auf TVNOW) nun ein neues Fahrgestell nach Barcelona. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko glaubt, dass die Ferrari-Flaute inzwischen vor allem eine Kopfsache sei und Vettel mit dem Chassis-Tausch endlich selbstbewusst fahren kann. RTL-Experte Nico Rosberg widerspricht. Er sehe das "ganz anders". Wie die beiden Vettels Situation bei Ferrari sehen, zeigen wir oben im Video.

Marko erinnert sich an ähnliche Zeit bei Red Bull

Die aktuelle Situation rund um Vettel erinnert Marko an eine Episode aus alten Red-Bull-Zeiten. "Wir hatten mal ein ähnliches Problem zwischen Barcelona und Monte Carlo. Sebastian haderte mit dem Auto, wir konnten nichts finden, letztendlich war es dann ein kleiner Haarriss im Chassis", sagte der 77-Jährige in der RTL-Webshow "Sportbude" (ab 15 Uhr im Stream bei Facebook). "Als wir das dann gewechselt haben, war das Selbstvertrauen von Seb wieder da und es ging vorwärts. Ich sehe das mehr als eine psychologische Sache als eine technische Sache, die da vor sich geht."

Hier sehen Sie die Sportbude im Re-Live.

Nico Rosberg widerspricht Helmut Marko

Eine Analyse, der RTL-Experte Nico Rosberg nicht zustimmt. "Das sehe ich nicht so. Wenn ein Sebastian Vettel fünf Zehntel pro Runde langsamer ist als sein Teamkollege, dann ist irgendetwas falsch am Auto", sagt der Weltmeister von 2016. "Er ist einer der besten Fahrer, viermaliger Weltmeister. Er ist niemals fünf Zehntelsekunden langsamer als sein Teamkollege."

Genau deswegen sei der Chassis-Wechsel absolut angebracht und sinnvoll: "Hier ist die Chance jetzt, mit dem neuen Chassis wird alles nochmal auseinandergebaut, wieder drangebaut", so Rosberg. "Das ist die beste Chance, um nochmal zu gucken: Wo ist das Problem? Auch wenn man es nicht findet, ist die Chance trotzdem da, dass man es behoben hat. Darin sehe ich die Hoffnung für Sebastian und für uns, dass wir ihn wieder weiter vorne sehen."

Marko: "Abstände zu Leclerc zu groß"

Eine Überforderung für das Team sei ein Chassis-Tausch indes nicht. Marko: "Es ist eine gewisse Mehrarbeit, aber ohne weiteres zu bewältigen. Das sind Profis und das geht in einem halben Tag oder Tag."

Für Marko bleibt das Selbstvertrauen der springende Punkt. Genau jenes Selbstvertrauen sei "jetzt sicher nicht mehr da", analysiert Marko. "Die Abstände zu Leclerc sind einfach zu groß."

Aber auch Rosberg räumt ein, dass der mentale Aspekt bei der Vettel-Pannenserie eine Rolle spiele. Durch den Chassis-Tausch "siehst du, dass es positiv ist, dass das Team etwas für dich macht und alles probiert."

Da waren sich die beiden F1-Experten dann wieder einig.