Formel 1: Sebastian Vettel mahnt Ferrari zur Wende in Monaco

Sebastian Vettel weiß um die Wichtigkeit des Monaco-GP mit Blick auf die Fahrer-WM.
Sebastian Vettel weiß um die Wichtigkeit des Monaco-GP mit Blick auf die Fahrer-WM.
© Getty Images, Bongarts, wt

22. Mai 2018 - 12:41 Uhr

Vettel, Hamilton oder Red Bull?

Sebastian Vettel will dem Mythos Monaco ein persönliches Erfolgskapitel hinzufügen. Der Ferrari-Star möchte auf dem engen Stadtkurs gegen Formel-1-WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton zurückschlagen. Der Brite wittert allerdings eine ganz andere Gefahr.

'Chefansage' an die Scuderia

Auf der Jagd durch die Häuserschluchten von Monte Carlo will Vettel im Formel-1-Duell mit Hamilton endlich wieder eine Ausrufezeichen. Nach zwei Siegen nacheinander seines Mercedes-Rivalen und vor allem der Machtdemonstration des Briten in Spanien holte Vettel sogar zu einer unmissverständlichen Chefansage aus.

​​"Ich habe viele Male gesagt, dass dieses Team stark ist und viel Potenzial hat. Wir müssen aber auch sicherstellen, dass wir die Probleme ansprechen, die wir haben und dass wir zusammen in die richtige Richtung zusammenarbeiten", mahnte Vettel vor dem sechsten Saisonrennen am Sonntag (ab 14.15 Uhr live bei RTL oder online im RTL-Livestream bei TVNOW.de und in der TV NOW App), das am Donnerstag schon mit den ersten Trainingsrunden beginnt.

In Spanien hatte der viermalige Weltmeister seiner stolzen Scuderia eine lange Mängelliste vorgehalten. Erstens: Tempodefizite. Zweitens: Reifenprobleme. Drittens: mangelnde Zuverlässigkeit. "Für Monaco werden wieder viele Dinge am Auto geändert. Aber selbst wenn wir dort großartig unterwegs sein sollten, dürfen wir nicht vergessen, dass wir noch einiges zu tun haben", betonte Vettel, der in Barcelona nur auf den vierten Platz gefahren war.

Wiederholt Sebastian Vettel seine Meisterleistung aus dem Vorjahr? Oder heißt der große Favorit gar Red Bull? Und ist der Monaco-GP überhaupt noch zeitgemäß? Stimmt über unsere drei Thesen zum Glamour-GP ab! 

Mercedes sieht noch keinen Wendepunkt

Nach zwei Startsiegen in diesem Jahr steckt Ferrari im Tief. Das Projekt Weltmeistertitel hat schon erste Schrammen abbekommen. Vor allem die überzeugende Leistung der Silberpfeile in Katalonien schreckt die Italiener auf. Als "nicht alarmierend" stufte Vettel dennoch den Grand Prix von Spanien ein. "Bis jetzt war es eine Überraschung, dass sie sich so schwer getan haben."

Mercedes ist dennoch mit Skepsis zum Glamour-GP aufgebrochen. Hamilton und sein Teamkollege Valtteri Bottas seien zuletzt mit der Balance sowie dem Fahrverhalten zufrieden gewesen, räumte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ein. "Dennoch sehen wir es nicht als einen Wendepunkt an." In der WM-Wertung liegt Hamilton aber mittlerweile schon 17 Punkte vor Verfolger Vettel.

​Der Deutsche konnte wie sein britischer Dauerrivale zweimal auf dem mit 3,337 Kilometer kürzesten Kurs des Jahres gewinnen. Zuletzt in der vergangenen Saison. Da bescherte Vettel der Scuderia mit einer cleveren Strategie den ersten Sieg beim Klassiker seit Michael Schumachers Triumph 16 Jahre zuvor. Nach einer verpatzten Qualifikation konnte sich Hamilton 2017 von Startplatz 13 immerhin noch auf Rang sieben retten.

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Red Bull mehr als ein Geheimfavorit

"Red Bull ist in langsamen Kurven stark und wenn die Höchstgeschwindigkeit auf der Geraden weniger entscheidend ist. Ferrari hat unterdessen im vergangenen Jahr dort dominiert", wies Wolff der Konkurrenz die Favoritenrolle im Mythos Monaco zu. "Sie werden richtig schnell und schwer zu schlagen sein", meinte auch Hamilton mit Blick auf Red Bull.

Daniel Ricciardo und Max Verstappen werden das gerne hören. Zumal Red Bull seinen 250. Grand Prix mit Champagner begießen möchte. Doch um auf dem hochanspruchsvollen Stadtkurs mit seinen langsamen Kurven, vielen Bremszonen und kurzen Geraden gewinnen zu können, ist ein Platz weit vorne in der Startaufstellung unabdingbar. Denn Überholen ist nirgends so schwer wie auf der Strecke an der Mittelmeerküste. Fehler werden sofort bestraft. Wer zu spät bremst, landet vielleicht noch im Notausgang. Wer aber Pech hat, kracht gleich in die Streckenbegrenzung.

Ricciardo und Verstappen schafften es in diesem Jahr noch keinmal unter die ersten Drei in der Startaufstellung. Der letzte Triumph eines Fahrers, der außerhalb des Top-Trios ins Rennen gegangen war, datiert von 1996. Damals raste Olivier Panis im Ligier sensationell von Position 14 ganz oben auf das Podest. Verrückt ist in Monaco manchmal eben nicht nur die Jetset-Kulisse.