2018 M05 10 - 20:24 Uhr

Europa-Auftakt der Auftakt zu neuen Vettel-Festspielen?

Nach dem super Saisonstart ist die Titel-Hatz von Sebastian Vettel zuletzt ins Stocken geraten, beim Europa-Auftakt in Barcelona will der Ferrari-Star wieder an Lewis Hamilton vorbeiziehen. Sein Boss Sergio Marchionne ist überraschend zufrieden mit der Scuderia.

Vettel ohne Sorgen auf dem Weg nach Barcelona

Sebastian Vettel hätte allen Grund, sich aufzuregen. Doch der 30-Jährige steigt ganz cool in den Flieger zum Rennen der Wahrheit in Barcelona. Er mache sich "überhaupt keine Sorgen", sagte er vor dem Großen Preis von Spanien (Sonntag, 14 Uhr live bei RTL oder online im RTL-Live-Stream bei TVNOW.de und in der TV NOW App), dabei geriet seine Hatz nach dem ersten WM-Titel mit Ferrari nach dem super Saisonstart zuletzt ins Stocken.

Doch anders als in den drei Jahren zuvor weiß Vettel, dass ihm die Italiener diesmal einen roten Flitzer gebaut haben, mit dem er Lewis Hamilton im Mercedes im Kampf um die Krone besiegen kann. "Das Wichtigste ist, dass wir ein gutes Auto haben, mit dem man im Qualifying arbeiten kann", sagte der viermalige Weltmeister: "Wenn wir vorne stehen, können wir auch gewinnen, weil unsere Rennpace gut ist."​

Ferrari dieses Jahr im Qualifying endlich konkurrenzfähig

Und die ist 2018 sogar sehr gut. Eigentlich müsste Vettel vor dem Europa-Auftakt der Formel 1 in Barcelona die WM-Führung nach seinen zwei Siegen in den ersten beiden Saisonrennen bequem anführen, doch ziemlich unglückliche Umstände in China und zuletzt in Aserbaidschan führten dazu, dass er tatsächlich vier Zähler hinter seinem Rivalen Hamilton liegt.

Von aufkommender Panik ist bei den Roten diesmal dennoch keine Spur. Die Kräfteverhältnisse seien mit den vergangenen Jahren nicht vergleichbar. "Da waren wir vor allem im Qualifying über weite Strecken nicht konkurrenzfähig genug. Und auch im letzten Saisonabschnitt waren wir nicht stark genug, die Dinge zu erzwingen", sagte Vettel, der endlich seine Sehnsucht nach dem ersten Titel mit Ferrari stillen will: "Aber wenn du schnell genug bist, dann klappt das schon."

If you can make it there, you'll make it everywhere

Und Spanien gilt auf dem Weg zu seinem insgesamt fünften Titel als der Gradmesser schlechthin. Der Circuit de Barcelona-Catalunya gilt als Piste der Wahrheit, noch immer gibt es in der Königsklasse die Gewissheit: Wer in Spanien schnell ist, ist auch im Rest der Welt schnell. Trotz des neu verlegten Asphalts. "Barcelona ist ein sehr guter Gradmesser, um zu zeigen, wo wir wirklich stehen", sagte Vettel.

Aber wenn selbst Ferrari-Präsident Sergio Marchionne, der eigentlich immer etwas zu meckern hat, optimistisch ist, müssen sie bei der Edelmarke aus Maranello in Topform sein. Derzeit sehen die Fans "wohl den vielversprechendsten Ferrari, seit ich 2014 hier angefangen habe. Das Auto ist konkurrenzfähig - und zwar in den unterschiedlichsten Situationen", sagte der Boss fast schon seltsam zufrieden und versprach Vettel, dass sein SF71H in den nächsten Wochen und Monaten noch besser werde. "Natürlich sind eine ganze Reihe von Weiterentwicklungen für das Fahrzeug in Arbeit, wie sich im Verlauf der Saison noch zeigen wird", sagte Marchionne. Vielleicht bleibt Vettel auch deshalb gerade so cool.