Nach bizarrem Bummel-Bingo in Monza

Sebastian Vettel tobt: Die Absprache war intern anders

9. September 2019 - 11:07 Uhr

Track Limits: Keine Strafe für Vettel

Sebastian Vettel war nach dem Bummel-Wahnsinn beim Monza-Qualifying, bei dem er auch in einem diesmal völlig bizarren Teamduell mit Polesetter Charles Leclerc das Nachsehen hatte, stinksauer (siehe Video oben) und ließ durchblicken, dass auch teamintern der Haussegen schief hängt. Einer Strafe konnte Vettel aber entgehen.

Vettel: "Es ist schwachsinnig"

Vor allem das Finale der Zeitenjagd geriet zum Nachteil Vettels zur Farce. Nachdem Q3 nach einem Abflug von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) wieder freigegeben wurde, begann ein Positionspoker. Im Kampf um maximalen Windschatten auf der schnellen Strecke verzettelten sich die Piloten jedoch, das Gros der Fahrer erreichte den Zielstrich nicht mehr rechtzeitig, eine zweite schnelle Runde war für Vettel nicht mehr möglich.

"Mein erster Schuss war super, aber ich hatte keinen Windschatten, und da fehlen dann eben vier bis fünf Zehntelsekunden. Man braucht nicht versuchen, es zu erklären. Es ist schwachsinnig. Aber ohne Windschatten in Monza die Runde zu starten, ist genauso irrsinnig", sagte Vettel und ergänzte vielsagend: "Die Absprache war intern auch anders."

Er hätte beim zweiten Versuch Windschatten von Leclerc bekommen sollen. Ging aber nicht mehr, weil er zu spät über die Start- und Ziellinie kam. Leclerc war's egal. Hauptsache Pole, die vierte in dieser Saison und in seiner noch jungen Karriere.Vettel hingegen wurde nur Vierter - und blieb dies auch: Am Abend war Vettel von der Rennkommission angehört worden. Diese untersuchte, ob er in Kurve 11 die Track Limits überschritten hatte. Dies konnte jedoch nicht eindeutig belegt werden, es wurde daher keine Strafe ausgesprochen.

"Wer zuerst fährt, ist der Loser" - die Qualifying-Analyse im Video

Hamilton und Bottas lauern

Auch Toto Wolff konnte nach dem Q3-Chaos nur den Kopf schütteln. "Das Problem ist, dass jeder den Windschatten haben und keiner der erste sein wollte - dann sehen alle aus wie Idioten", sagte der Mercedes-Motorsportchef, dessen Top-Fahrer Lewis Hamilton seine siebte Pole in Italien um gerade mal 39 Tausendstelsekunden verpasste. Auch Teamkollege Valtteri Bottas war denkbar knapp dran: Ihm fehlten 47 Tausendstelsekunden auf Leclerc. Die Überlegenheit des Ferrari-Motors scheint fast aufgebraucht zu sein.

Mercedes überzeugte trotz Scuderia-Bestzeiten in allen drei Freien Trainingseinheiten zuvor vor allem auf den Longruns. "Ehrlich gesagt, bin ich ziemlich dankbar, dass ich in der ersten Reihe stehe", meinte Hamilton. Zusammen mit Bottas kann er Leclerc im Rennen (15.10 Uhr live bei RTL oder im Livestream bei TVNOW) zum einen direkt beim Start attackieren, zum anderen bleiben den Silberpfeilen taktische Varianten, um Ferrari beim Heimspiel noch mehr unter Druck zu setzen. 

Im Video: Der Quali-Irrsinn in Monza

Kimi kümmert sich nicht drum

Räikkönen, dessen Abflug das Chaos erst verursacht hatte, geht die ganze Aufregung mehr oder weniger Allerwertesten vorbei. "Interessiert mich nicht", sagte der 'Iceman' in gewohnt emotionsentladener Manier.

Im Video: Das sagt Kimi Räikkönen zum Trödel-Wahnsinn

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