Formel 1: Sebastian Vettel gibt Titelkampf gegen Lewis Hamilton noch nicht auf

Formula One F1 - Singapore Grand Prix - Marina Bay Street Circuit, Singapore - September 16, 2018  Mercedes' Lewis Hamilton and Ferrari's Sebastian Vettel shake hands after the race   REUTERS/Edgar Su
Sebastian Vettel wird im WM-Kampf mit Lewis Hamilton nicht locker lassen © REUTERS, EDGAR SU, jb

Vettel: "Ich kann immer noch aus eigener Kraft Weltmeister werden"

Aufgeben kommt für Sebastian Vettel trotz seines 40-Punkte-Rückstands auf Lewis Hamilton nicht in die Tüte. Er glaube weiterhin an seinen fünften Formel-1-Titel, sagte der Ferrari-Pilot der "Sport Bild". Warum? "Erstens: Weil ich es kann. Das habe ich viermal bewiesen. Zweitens: Weil wir ein Auto haben, mit dem ich spielen kann und das auf Augenhöhe mit Mercedes ist."

Ferrari-Pilot will riskanten Fahrstil nicht ändern

Sein enttäuschender 3. Platz in Singapur habe "zwar nicht geholfen". Es gelte aber noch immer, "dass wir uns nur selbst schlagen können", so Vettel: "Das ist eine gute Ausgangsposition. Ich kann immer noch aus eigener Kraft Weltmeister werden und werde weiterkämpfen."

Der viermalige Champion betonte zudem, seinen aggressiven und riskanten Fahrstil nicht zu ändern. "Wenn man sich zu sehr zurückhält, weil man nur an die WM denkt, ist man – davon bin ich überzeugt – nicht erfolgreich. Hätte ich in Abu Dhabi 2012 Jenson Button nicht mit viel Risiko überholt, wäre ich nicht Weltmeister geworden, weil mir später genau diese Punkte gefehlt hätten" sagte Vettel und stellte klar: "Mein Fahrstil hat mir schon vier WM-Titel und 52 Siege gebracht."

Harte Aktionen gehören zum Geschäft

Ihm sei zwar klar, dass "bei einer gewissen Portion Risiko auch mal was in die Hose gehen kann. Aber wenn man sich zu sehr von der Angst den Weg diktieren lässt, führt das zur Lähmung und macht auch keinen Spaß", so der 31-Jährige. Aktionen wie sein harter Rad-an-Rad-Kampf mit Hamilton in Monza "gehören zum Rennfahren dazu", betonte Vettel. Bei der Kollision mit seinem Titelrivalen hatte Vettel beim Ferrari-Heimspiel den Kürzeren gezogen.

Nach eigenen Fehlern wie in Hockenheim gehe er mit sich selbst "hart ins Gericht", sagte Vettel: "Aber irgendwann ist auch gut." Er werde auch sein Team für riskante Strategien wie zuletzt beim Nachtrennen in Singapur "immer verteidigen. Formel 1 ist ein Mannschaftssport. Man gewinnt und verliert zusammen."

Vettel: Schumi wäre ein guter Berater

Gefragt, ob er sein Idol Michael Schumacher gerne als Berater zur Seite hätte, antwortete Vettel: "Ja. Wenn er gesund wäre, würde ich ihn nach vielen Dingen fragen. Nicht unbedingt, wie ich zu fahren habe. Sondern nach Dingen, die sich hinter den Kulissen abspielen. Nach der Zusammenarbeit im Team, der Politik in der Formel 1. Da hat er ja sehr viel Erfahrung."

Im Ferrari zu fahren sei etwas grundlegend anderes, als für andere Teams zu starten, betonte Vettel. "Der große Unterschied ist, dass Ferrari für mehr steht. Weil das ganze Land dahintersteht. Weil es so was wie ein Glaube ist." Genau das mache aber auch den Reiz für einen Scuderia-Piloten aus. "Die Kunst besteht darin, den Traum zu leben, aber sich davon nicht einnehmen zu lassen."