Formel 1: Sebastian Vettel gewinnt den Monaco-GP souverän

Zum zweiten Mal nach 2011 darf Sebastian Vettel die Siegertrophäe in Monte Carlo hochhalten.
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29. Mai 2017 - 14:21 Uhr

Sebastian Vettel hat sich zum Formel-1-Fürsten gekrönt. Beim Großen Preis von Monaco fuhr der Ferrari-Star ein perfektes Rennen und gewann zum zweiten Mal nach 2011 den prestigeträchtigen Grand Prix an der Cote d'Azur. Nach 1:44:44,340 Stunden und 78 Runden durch das Leitplanken-Labyrinth überquerte Vettel zum 3. Mal in dieser Saison als Erster die Ziellinie. "Dass es so abgeht, damit habe ich nicht gerechnet. Hammer-Wochenende", jubelte Vettel.

Kimi Räikkönen, der von der Pole Position gestartet war und das Rennen bis zur 35. Runde angeführt hatte, machte als Zweiter (+ 3,145 Sekunden) das erfolgreiche Ferrari-Wochenende komplett. Es war der erste Sieg für Ferrari in Monaco seit 2001 und der dritte Doppelsieg der Scuderia im Fürstentum. Richtig glücklich war der Finne aber nicht: "Platz 2 ist nicht so toll. Es ist einfach so ein Tag, da hätte mehr drin sein müssen", so Räikkönens treffende Analyse.

Als Dritter schaffte Daniel Ricciardo im Red Bull den Sprung aufs Podest (+ 3,745). Bester Mercedes-Pilot war Valtteri Bottas auf Platz 4 (+ 5,517). Hinter Max Verstappen (Red Bull/+6,199) und Carlos Sainz (Toro Rosso/+ 12,038) wurde Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil Siebter (+ 15,801). Von Rang 13 gestartet betrieb der Engländer damit Schadensbegrenzung. In der WM-Wertung wuchs der Rückstand auf Vettel aber auf 25 Punkte (129:104).

Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein sahen die Zielflagge nicht. Renault-Fahrer Hülkenberg schied in Runde 16 mit Getriebeschaden aus. Wehrlein wurde in Runde 60 von Jenson Button sehr unsaft und spektakulär von der Strecke gehebelt, blieb aber zum Glück unverletzt.

Die Höhepunkte des Rennens

Start: Räikkönen gewinnt den Start unspektakulär vor Vettel, Bottas, Verstappen und Ricciardo. Hülkenberg bleibt 10. Hamilton zunächst 13., überholt aber noch in Runde 1 McLaren-Mann Stoffel Vandoorne. Wehrlein verbessert sich von Platz 18 auf 17, verliert kurz darauf aber 2 Plätze.

Runde 10: Räikkönen bestimmt das Geschehen von der Spitze weg. Vettel hat Mühe zu folgen. Ihm fehlen 2,3 Sekunden auf den Teamkollegen. Bottas hat 6,1 Sekunden Rückstand.

Runde 16: Hülkenberg scheidet mit Getriebeschaden aus. Zu diesem Zeitpunkt liegt der Renault-Pilot auf Rang 10.

Runde 26: Vettel kämpft sich auf weniger als eine Sekunde an Räikkönen heran. Damit darf er DRS benutzen. Als Räikkönen auf langsame Autos aufläuft, wittert Vettel seine Chance, aber Räikkönen lässt nichts anbrennen. Bottas macht sehr viel Boden auf Vettel gut. Beide trennen nur noch 2 Sekunden.

Später Boxenstopp beschert Vettel die Führung

Runde 33/34: Als erster der Top-Fahrer stoppt Verstappen und versucht durch einen so genannten Undercut Druck auf Bottas auszuüben. Bottas reagiert sofort uns stoppt einen Umlauf später. Es reicht ganz knapp für den Finnen im Mercedes, um vor Verstappen zu bleiben.

Runde 35: Räikkönen holt sich frische Reifen. Vettel übernimmt vorübergehend die Führung vor Ricciardo. Räikkönen bleibt aber vor Sainz auf Platz 3.

Runde 39: Ricciardo beim Reifenwechsel. Der Red-Bull-Pilot kommt hinter Vettel und Räikkönen, aber vor Bottas und Verstappen auf Platz 3 wieder auf die Piste.

Runde 40: Führungswechsel! Vettel kommt als Letzter der Fahrer der Spitzengruppe zum Reifenwechsel. Alles läuft glatt in der Box. Mit knappem Vorsprung kommt er vor Räikkönen als Erster zurück auf den Circuit de Monaco. Vettels Taktik ist also aufgegangen. Danach fährt er wie entfesselt.

Runde 47:
Hamilton holt sich frische Soft-Reifen. Nach dem Stopp ist der Mercedes-Fahrer 7. Zu diesem Zeitpunkt führt Vettel mit 8 Sekunden vor Räikkönen und mit 49 Sekunden vor Hamilton.

Runde 58: Vettels Vorsprung auf Räikkönen beträgt 12 Sekunden. 1,5 Sekunden hinter dem Finnen lauert Red-Bull-Mann Ricciardo.

Wehrlein-Unfall lässt Vettels Vorsprung schmelzen

Runde 60: Safety Car! Jenson Button startet vor dem Tunnel ein sehr optimistisches Überholmanöver gegen Wehrlein. Er fährt ihm in die Seite, der Sauber von Wehrlein geht seitlich hoch und bleibt auf zwei Rädern stehend in der Streckenbegrenzung stecken. Sofort kommt das Safety Car. Es dauert ewig, bis Wehrlein, der zum Glück unverletzt bleibt, befreit werden kann.

Runde 67: Das Rennen ist wieder freigegeben. Vettel verteidigt Platz 1 vor Räikkönen. Dahinter wird es zwischen Ricciardo, Bottas und Verstappen brutal eng – aber es bleibt bei der alten Reihenfolge.

Runde 78: Vettel kontrolliert das Geschehen bis zum Ende und holt seinen zweiten Monaco-Sieg nach 2011 und seinen dritten Saisonsieg.

Die Ergebnisse des Grand Prix von Monaco im Überblick.