So reagieren die Formel-1-Fahrer, das sagen Experten

Sebastian Vettel fassungslos: Wer war schuld an der Ferrari-Kollision mit Charles Leclerc?

18. November 2019 - 8:48 Uhr

Sebastian Vettel fassungslos

Es ist eines der Bilder der Saison: In Runde 68 des Grand Prix von Brasilien steht Sebastian Vettel völlig niedergeschlagen am Streckenrand, sein Blick zeugt von völliger Leere, er schlägt die Hände vors Gesicht. Kurz zuvor war es zum wiederholten Male zum Worst-Case-Fall gekommen: Einem Crash mit Teamkollege Charles Leclerc, der für beide das Aus bedeutete.

Formel 1: Sebastian Vettel rastet im Boxenfunk aus

Fünf Runden vor Schluss war Leclerc im Kampf um Platz vier mit frischen Reifen an Vettel vorbeigezogen, der viermalige Weltmeister konterte jedoch auf der Geraden nach dem Senna-S, schien schon sauber am Monegassen vorbei zu sein, ehe beide kollidierten. An Leclercs Auto brach vorne rechts die Radaufhängung, an Vettels Lina löste sich der linke Hinterreifen – es war ein absoluter Schockmoment für beide.

"Ich habe einen Reifenplatzer. Was zur Hölle tut er da. Sorry", sagte Vettel im Boxenfunk auf Englisch, ehe es auf Deutsch aus ihm herausbrach. "Mein Gooott, muss das sein!", fluchte Vettel lauthals: "So ein Bockmist aber auch."

Die ganze Szene seht ihr oben im Video.

Keine Schuldzuweisungen der Fahrer

Eher kleinlaut ging es nach dem Rennen her. Der wahrscheinlichste Grund dafür: Ein klar Schuldiger war in diesem Fall kaum auszumachen. Vettel zog leicht nach innen, Leclerc ließ dem 32-Jährigen aber auch unnötig wenig Platz.

Das sahen im ersten Nachklang auch die Piloten so, die gegenseitige Schuldzuweisungen vermieden. "Es ist blöd fürs Team, wenn zwei Autos am Ende nicht die Zielflagge sehen. Ich dachte eigentlich, ich wäre schon vorbei, dann sind wir zusammengekommen. Es ist bitter", sagte ein angefasster Vettel mit ruhiger Stimmlage.

Leclerc urteilte: "Ich habe ein wenig Platz gelassen, eigentlich genug für ihn. Er hat dann versucht, mich ein wenig nach innen zu drücken. Wir waren sehr dicht beieinander und haben uns dann schließlich berührt, eine kleine Berührung. Es ist sehr enttäuschend, ein Rennen so zu beenden. Das Ergebnis ist ein Desaster."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Glocks Analyse: "Zwei Dickköpfe"

Eine passende Antwort auf die Schuldfrage gab RTL-Experte Timo Glock: "Zwei Dickköpfe, die sich nicht gegenseitig den Platz gelassen haben. Beide hätten sich mehr Platz lassen können." Mit anderen Worten: Für die Kollision waren beide verantwortlich.

Interne Aussprache fällig

Die Sturköpfe kündigten unisono eine interne Aussprache an. Es wird die x-te bei Ferrari sein. Die Desaster-Szene zeigte: Die bisherigen internen Gespräche waren wirkungslos, die Roten werden handeln müssen.

Das irre Sao-Paulo-Rennen verpasst - hier den Brasilien-GP bei TVNOW anschauen

Die Michael-Schumacher-Story bei TVNOW anschauen